Frank Turner in Oberhausen


Artist: Frank Turner & The Sleeping Souls, Andrew Jackson Jihad, Ducking Punches

Ort: Turbinenhalle, Oberhausen

Datum: 20.02.2014


Man hat schon etwas neidisch herüber geschielt, als Frank Turner Flogging Molly und Beans On Toast als Support für seine UK-Tour bestätigte. Der Neid war aber schnell verflogen, als die großartigen Andrew Jackson Jihad und Ducking Punches für die Euopa-Tour angekündigt wurden.

Vor allem Andrew Jackson Jihad machen an diesem Abend dem Hauptact deutlich Konkurrenz. Auch wenn die Band nur zu zweit angereist ist, tut dies der wahnwitzigen Show keinen Abbruch. Mit Songs wie „Rejoice“ oder „Bad Bad Things“ liefert das Duo schon einen der ersten Höhepunkte an diesem Abend. Man muss Andrew Jackson Jihad einfach lieben.

Nach diesem perfekten Auftakt startet Frank Turner mit den Sleeping Souls. Es ist wirklich keine Überraschung mehr, dass der Engländer mit seinem Folk-Punk’n’Roll das Publikum schon vom ersten Song in seinen Bann zieht. Das Set an diesem Abend ist die gewohnt beliebte Mischung aus Klassikern wie „Photosynthesis“ oder „The Ballad Of Me And My Friends“ sowie Songs vom letzten Album „Tape Deck Heart“.

Natürlich darf auch die obligatorische deutsche Version von „Eulogy“ nicht fehlen. Doch der Song soll nicht der einzige deutschsprachige an diesem Abend bleiben. Als besondere Überraschung holt Frank Turner die wunderbare Emily Barker auf die Bühne. Zusammen bieten die beiden eine übersetzte Version ihres Songs „Field Of June“. Der gelungene Kontrast zwischen der leicht rauen Stimme von Frank Turner und der klaren Stimme von Emily Barker kommt im Live-Kontext noch ein wenig besser rüber als bei der Studioversion des Songs. Leider ist es selbst bei einem Frank Turner Konzert nicht möglich, dass eine Frau die Bühne betritt ohne dass irgendeine Gruppe in der Halle „Ausziehen!“ ruft. Traurig.

Neben dieser kleinen Unerfreulichkeit verläuft der Abend aber in gewohnter Frank Turner-Manier: Das Publikum singt voller Inbrunst mit. Mr. Turner erzählt die eine oder andere Anekdote und die ganze Turbinenhalle ist gefüllt von dieser Atmosphäre zwischen Trink-Liedern und Rock’n’ Roll.
Zum Finale gibt es mit „I Still Believe“ (inkl. Emily Barker die spontan mit Mundharmonika auf die Bühne rennt) und „Four Simple Words“ noch einmal eine Ladung Gassenhauer, mit der das Publikum zufrieden den Heimweg antreten kann.