Austin Lucas, PJ Bond und Emily Barker in Münster


Artist: Austin Lucas, PJ Bond, Emily Barker

Ort: Gleis 22, Münster

Datum: 22.03.2014


Was hat die BBC-Serie Wallander mit Emily Barker zu tun? Für eben diese Serie hat die Sängerin die Titelmelodie geschaffen. Heute Abend steht vor allem das kürzlich veröffentlichte Album „Dear River“ im Mittelpunkt. Zunächst alleine an der Gitarre, dann zusammen mit der Bold Band von Austin Lucas. Auch PJ Bond wagt sich später – nachdem er sich vom Merch-Stand aus durch die Menge gekämpft hat – auf die Bühne um Emily Barker zu unterstützen. Der Höhepunkt des Sets ist sicherlich die Ballade „Field Of June“. Auf Platte gibt hier Frank Turner den Duett-Partner. Da der gerade in Südafrika weilt, übernimmt Austin Lucas diesen Part und zeigt sich als großartiger Ersatz. „Where The Wild Roses Grow“ von Kylie Minogue und Nick Cave hat einen neuen Konkurrenten!

PJ Bond macht es seiner Vorgängerin gleich: erst gibt es einen Teil des Sets solo und erfüllt sogar Publikumswünsche wie „Where Were You“. Danach wird auch hier die Bold Band entliehen. Zwischendurch dürfen natürlich auch Emily Barker und Austin Lucas nicht fehlen, die Songs wie „I’m In A Bad Way“ gesanglich unterstützen – und zudem mit sehr viel Spaß ihr Tanz-Künste unter Beweis stellen. PJ Bond überzeugt derweil mit vielen großartigen Songs, die sowohl mit Band als auch alleine einfach nur begeistern.

Austin Lucas betritt mit seiner Gitarre die Bühne. Doch auch er startet zunächst ohne seine Band. Stattdessen gibt es eine Anekdote über Pilze, Fight Club und eine randalierende Vermieterin. Danach gibt es ein wundervolles Set, in dem die Grenzen zwischen Folk, Country, Americana und sogar Walzer verschwimmen. Der Sänger hat sichtlich Spaß und überrascht mit einer Stimme, mit der er eine professionelle Gesangsausbildung nicht abstreiten kann. Natürlich dürfen auch jetzt Emily Barker und PJ Bond nicht fehlen. Immer wieder nutzt Austin Lucas die Pausen zwischen den Songs für kleine Anekdoten.

Die Zugabe des Abends besteht aus PJ Bond und Emily Barker, die jeweils ein Cover mit der Unterstützung der Anderen zum Besten geben. Vor allem die Emily Barker-Version des Hank Williams-Klassikers „I’m So Lonesome I Could Cry“ erzeugt im ganzen Club Gänsehaut. Um den Anwesenden noch etwas mit auf den Weg zu geben, schnappt sich Austin Lucas schließlich noch einmal seine Gitarre – und natürlich PJ Bond und Emily Barker – und spielt zum Schluss noch einen unverstärkten Song in der Menge.

Die Tür, die von der Bühne zum Backstage-Raum des Gleis 22 führt, hätte man bei den vielen Kollaborationen an diesem Abend auch aushängen können. Austin Lucas bricht zusammen mit PJ Bond und Emily Barker erfolgreich das klassische Headliner-Support-Schema auf und schafft an diesem Abend eine fast schon familiäre Atmosphäre.