Continental – Millionaires


Artist: Continental

Titel: Millionaires

East Grand Recording Co.

Vö: 28.11.2014


Vater und Sohn haben Leiter, Farbeimer und Pinsel herangeschafft und streichen gemeinsam das Haus. Der Unterschied zwischen dem Artwork und dem Titel des Albums „Millionaires“ sticht sofort hervor. Trotzdem beschreibt beides vollkommen zutreffend, dass was Continental als Band definiert. Rick Barton und sein Sohn Stephen, die das Fundament dieses Projekts bilden, demonstrieren, dass Musik selbst innerhalb einer Band generationsübergreifend funktionieren kann.

Millionär ist in dieser Band ganz sicher niemand. Schließlich ist Barton schon lange vorm kommerziellen Erfolg bei den Dropkick Murphys ausgestiegen. Dennoch passt der Titel des Albums. Nicht die Musiker an sich sind im materiellen Sinne reich, sondern das Werk, die Songs – reich an Herzblut, reich an Seele, reich an Authentizität.

Musik für jedermann nennt die Band das, was sie im Studio zusammen gekittet haben. Musikalisch betrachtet läuft dies auf sehr folkigen Rock’n’Roll mit unbestreitbarer Punkrock-Attitüde hinaus. Großartige Änderungen im Vergleich zum Vorgänger „All A Man Can Do“ gibt es zwar nicht, „Millionaires“ ist aber trotzdem keine reine Reproduktion. Viel mehr haben Continental den eigenen Wohlfühl-Sound gefunden und toben sich innerhalb des selbst gesteckten Rahmens voll und ganz aus. Hinzu kommt, dass diese Mischung zu großen Teilen mindestens so tanzbar wie Flogging Molly ist.

Das stärkste Stücke des Albums sind dann jedoch wieder die langsameren. „Busted“ und “Free” klingen so als würde man nachts um halb drei mit Chuck Ragan, Johnny Cash und Bruce Springsteen in einer klischeehaft gammeligen Bar sitzen und über das Leben philosophieren.

„Millionaires“ ist ein Rock’n’Roll-Album von Menschen, die die Materie leben und lieben. Ehrlicher wird’s nichts mehr.