Joyce Manor in Berlin


Artist: Joyce Manor, Cheap Girls, Great Cynics

Ort: Cassiopeia, Berlin

Datum: 06.11.2014


Ich mag Shows, die früh anfangen. Einlass heute ist um 20 Uhr und pünktlich um 20:30 stehen auch schon Great Cynics auf der Bühne. Leider ist noch nicht viel los. Ich zähle etwa 30 Leute. Trotzdem legen Great Cynics gut los.
Die Band war vor wenigen Jahren noch ein-Mann-Projekt mit Akustikgitarre, heute klingt man nach einer Mischung aus The Thermals und Lemuria. Ich bin Fan. Dazu kommt noch dass der Sänger eine etwas eigenwillige Bühnenperformance abliefert und die Jungs und Mädels konsequent ihren Stiefel runterspielen. Klingt tight und das mittlerweile besser gefüllte berliner Donnerstags-Publikum ist einigermaßen aufgewärmt.

Anschließend betreten Cheap Girls die Bühne. Die Band sieht nicht wirklich aus wie die typische Flanell-Hemden-The-Fest-Band und klingt auch überhaupt nicht so. Der The Replacements-Einfluss ist jederzeit spür- und hörbar. Ich werde auch etwas an Weezer erinnert, ich weiß aber auch nicht warum. In jedem Fall spielt die Band ohne große Ansagen ein mitreißendes Set. Sänger Ian wirkt sehr fiebrig, ist aber unglaublich stimmsicher. Überhaupt ist die Band musikalisch top. Für mich sind Cheap Girls das Highlight des Abends.

Joyce Manor ziehen als Headliner die meisten Besucher und es ist erstaunlich wie textsicher das berliner Publikum ist. Inzwischen ist der Raum auch gut zu dreiviertel gefüllt. Die schnellen Hits der Band kommen live gut rüber. Mir wird aber leider schnell ein wenig langweilig. Der letzte Funke will einfach nicht überspringen. Das liegt auch daran, dass keins der Bandmitglieder wirklich mit dem Publikum spricht. Nachdem ein Mädchen im Publikum zuruft, dass sie aus Italien angereist ist, reagiert der Sänger mit einem simplen “this is awesome”. Na, gut. Die Zugabe dauert auch nur knappe 2 Minuten.
Was bleibt ist trotzdem ein sehr runder Abend für faire 14 Euro mit drei guten Bands und Cheap Girls als persönliches Highlight.

Text: Clemens Richard

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