Was nun, Flix Records?


Seit 2007 existiert das kleine Label Flix Records. Zunächst in Stuttgart gestartet, lange in Wien beheimatet und mittlerweile in Belin angekommen, begeisterte das Label in der Vergangenheit mit Veröffentlichungen von Bands wie The Static Age, Contintental oder MxPx. Wir haben Labelgründer Felix zum Interview getroffen und uns über die Zukunft des Labels aufklären lassen


Vor Kurzem hat Flix Records mitgeteilt, dass es in naher Zukunft einige tiefgreifende Änderungen geben wird. Kannst du uns dazu näheres erzählen?

Ja, genau. Wir haben in den letzten sieben Jahren ja viele Veröffentlichungen herausgebracht und immer versucht das Label auch so professionell wie nur irgendwie möglich zu führen. Dazu haben wir dann auch 2011 einen großen Angriff unternommen und Verträge mit Vertrieben und anderen Partnern abgeschlossen. Diese sind jetzt nach 3 Jahren ausgelaufen oder wir haben sie nicht mehr verlängert. Wir standen vor der Entscheidung: Wollen wir weitermachen und uns einen neuen Vertrieb suchen, einen neuen Shop aufbauen, neue Künstler herausbringen oder es einfach sein lassen. Ich habe mich dann an einem Wochenende hingesetzt und mir überlegt wie ich gerne weitermachen würde. Dann habe ich mich an die Anfangszeit zurück erinnert: Wie cool das war kleine Künstler zu pushen, Klinken zu putzen, alles selber zu machen und eng mit der Szene zusammen zu arbeiten. Deswegen wollte ich wieder zurück auf Anfang schalten. Wir haben jetzt bis Dezember einen großen Sale am laufen und bisher sind darüber schon mehr als 500 Platten verkauft worden, die davor im Lager standen. Es wäre toll wenn wir alle CD und LPs bis zum Jahresende verkaufen können. Wir hatten ja auch in letzter Zeit mit tollen, kleineren europäischen Punkrock-Bands wie Versus You, Cancer und Tommy Gun zusammen gearbeitet, die mit unserer Hilfe viel erreicht haben. Mit diesen Bands wollen wir in Zukunft zusammen arbeiten. Dazu kommen spannende Projekte wie der Singer / Songwriter No King No Crown aus Dresden, den Katrin im Vorprogramm von Rob Moir entdeckt hat.

Quasi zurück zu den Wurzeln?

Also von Arbeitsweise her auf jeden Fall. Ich habe neulich Kam von Fast Motion wiedergetroffen. Er spielt inzwischen in einer unglaublich guten Punkrockband namens The Uprising hier in Berlin zusammen mit Pesky von Far From Finished und Nepo von The Kid In Us. Auf jeden Fall hat mich Kam daran erinnert, dass wir damals 2008 mehr als 180 Shows für Fast Motion gebucht hatten, Trips nach Japan und Osteuropa inklusive. Damals war ich noch total grün hinter den Ohren. Aber ich kann mich noch gut erinnern was für ein Gefühl das war als die Band auf einmal mit Agent Orange oder mit A Wilhelm Scream Shows spielen konnte und die ersten Orders bei mir via Email eingegangen sind. Mir ist das erst so im Gespräch klar geworden, was für coolen Kram wir damals gemacht haben. Zum Beispiel haben wir uns von Carhartt einen Großteil der Pressung zahlen lassen und die haben die CDs dann mit ihren Ordern verschickt. Ich finde das immer noch eine ziemlich clevere Idee. In Zukunft möchte ich auch gerne wieder Aufbauarbeit für tourende Künstler leisten. Mit viel Herzblut und mit kreativen Einfällen. Nicht unbedingt braucht es dafür eine gepresste Platte oder ein dickes Promobudget. Und wenn die Zeit reif ist, gehen die Bands woanders hin. Das war bei Fast Motion damals nicht anders.

Das Label existiert nun seit sieben Jahren. Gibt es ein Ereignis im Zusammenhang mit Flix Records, die für dich besonders heraus sticht?

Auf jeden Fall sowas wie das FM4 Frequency Festival mit MxPx und The Static Age. Das war ein absolutes Highlight.
Aber manchmal sind das auch so die kleinen Momente, Jugendklubshows im JKC Kamen zum Beispiel, wo wir früher immer alle Bands hingeschickt haben.
Heute ist sowas das Kuckucksnest in Berchtesgaden. Wir waren da neulich mit drei unserer Bands und haben so lange gefeiert bis wir alle an den Tresen eingeschlafen sind.
Auch schön war als Far From Finished die Arena in Wien ausverkauft haben und der Veranstalter mich nicht mehr reinlassen wollte. Ich fand das irgendwie total spitze.
Draußen standen auch jede Menge Leute, die ich auf die Gästeliste geschrieben hatte und die alle irre sauer waren und ich musste mich die ganze Zeit zwingen zu versuchen mir meine Freude nicht anmerken zu lassen. Wir sind dann auch trotzdem reingekommen. Aber es gibt natürlich auch die negativen Ereignisse, die irgendwie herausstechen: wenn sich ein Tourmanager als unfähig erweist und damit die Tour ruiniert oder sich eine Band als menschliche Enttäuschung herausstellt. Ist beides leider auch schon häufiger vorgekommen.


Was wäre ein Label ohne Musik? Für uns hat Felix seine Lieblingssongs aus der bisherigen Band-Geschichte in einer kleinen Spotify-Playlist zusammen gestellt:

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