Atlas Losing Grip in Berlin


Artist: Atlas Losing Grip, Smile And Burn

Ort: SO36, Berlin

Datum: 22.01.2014


Die erste Show mit neuem Sänger – und man fragt sich ob wirklich alle Konzertbesucher des SO36 auch wissen, dass Frontmann Rodrigo nicht mehr dabei ist. Die Ankündigung kam zumindest im Vorfeld kurzfristig und überraschend.

Zunächst rocken aber ab ca. 21:15 Smile And Burn die Bühne. Die Berliner ziehen dabei alle Register und haben sich über die letzten zwei Jahre deutlich weiterentwickelt. Man merkt zudem, dass viele Besucher gerade wegen der Band den Weg ins SO36 gefunden haben. Wer nach einem legitimen Nachfolger der Donots sucht, findet ihn ganz sicher in Berlin. Das Gros des Sets besteht im Übrigen aus neuen Songs, besonders gut zündet das Beatsteaksesque “Apologies And Alibis” und der Action Action-Opener “Expectations”.

Nach relativ langem und pathetischem Intro betreten dann Atlas Losing Grip die Bühne. Eines wird von Beginn an klar: Hier hat jemand in den letzten Monaten ziemlich Zeit in das Performance-Management der Band investiert. Die Schweden ziehen eine ziemlich durchgetaktete Show ab, mit Nebelschwaden, großen Gesten und ausladenden Gitarrensolos. Das Gefühl sagt: “Less NOFX, more Manowar”. Passt aber irgendwie. Der frühere und jetzt-wieder Satanic Surfers-Frontmann Rodrigo war ja sehr statisch in seiner Bühnen-Darbietung, sein Nachfolger führt diese Tradition fort, erweitert sie aber um gestenreiche Handbewegungen, die man sonst nur aus dem Heavy Metal kennt. Passt aber auch.

Die ersten fünf Minuten sind zwar ein kompletter Overload, wenn man sich aber erst auf alles eingelassen hat, dann macht die Show Spaß. Das hat damit zu tun, dass Atlas Losing Grip in ihr Set aus neuen Songs auch immer wieder geschickt alte Hits einstreuen und die Band live super tight spielt. Besonders aber ist der neue Frontmann Niklas nicht nur beeindruckend stimmsicher, sondern vor allem auch textsicher ist. Von Nervosität beim ersten Auftritt ist sowieso keine Sekunde die Spur. Wenn jetzt noch mehr Besucher an einem Donnerstag den Weg ins SO36 gefunden hätten, wäre das für nicht nur für Besucher und Bands, sondern auch für den Veranstalter ein rundum gelungener Abend gewesen.

(Text: Clemens Richard)

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