Title Fight – Hyperview


So, nach dem ungestümen “Shed” und dem deutlich reiferen “Floral Green” kommt “Hyperview”. Schon nach den ersten Takten wird klar, dass die Band hier nochmal eine 180 Grad Drehung vorlegt und tatsächlich wie eine vollkommen andere Band klingt. Unter künstlerischen Aspekten gesehen ist das ziemlich cool, zumal das Publikum und die Fanbase das mitmachen. Ist ja gerade Emo-Revival und da kommt man mit so etwas ganz gut durch.

Wer allerdings auf die neue Title Fight mit Erwartungen hingefiebert hat, der wird zumindest irritiert sein. Atmosphärischer, größer und verschachtelter ist die Platte geworden, Mitgröhl-Parts sucht man vergebens. Dafür sind auf der Scheibe echte Perlen, zum Beispiel das wunderbare “Mrahc”, das schon in den 90ern ein Hit gewesen wäre. Tracks wie “Rose Of Sharon” zeigen zudem fantastisches Songwriting – und so grooven sich die 10 Songs gut durch. Besonders schön: mit jedem Hördurchlauf wird das Ganze sogar noch besser. Lässt man sich nicht vom bisherigen Output der Band irritieren, ist “Hyperview” also einfach eine geile Scheibe – mehr muss man dazu auch nicht mehr sagen. Gutes Ding mit hohem Nostalgiefaktor und hoffentlich Maßstab für alle Nachzügler auf dem Gebiet.

Anti / Vö: 30.01.2015

Text: Clemens Richard

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