Adam Angst – Adam Angst


Der Hype um Adam Angst war fast absehbar. Schließlich besteht die Band neben Sänger Felix, der schon mit dem leider sehr kurzlebigen Projekt Frau Potz für Aufsehen gesorgt hat, aus Mitgliedern der Bands Blackmail, FJØRT und Monopeople. Zusammen mit dem Qualitätsanspruch, der jeder Veröffentlichung aus dem Hause Van Cleef im Nacken sitzt, ergibt sich also zurecht eine gewisse Erwartungshaltung für das selbstbetitelte Debütalbum.

Wer ein zweites Frau Potz Album erwartet hat, wird, wenn auch mit Ankündigung, enttäuscht. Einzig der Song “Splitter von Granaten” ist in den Kontext von “Lehnt dankend ab” hinein denkbar. Stattdessen bildet sich beim Hören eine wiederkehrende Assoziation, die wirklich überrascht. Das Frühwerk von die ärzte kommt beim Hören immer wieder in den Sinn. An den 1980er-Pop-Punk-Charme der besten Band der Welt kommen Adam Angst zwar nicht heran, die Tendenzen in diese Richtung sind aber nicht von der Hand zu weisen. Zu den Höhepunkten des Albums gehört sicherlich der Song “Professoren”, der gekonnt mit Stammtischparolen und Rechtspopulismus abrechnet.

Adam Angst ist wütend und verliert sich in seinem Hass gegen alles und jeden. Das Konzept des Albums ist schlüssig, hat aber auch den Nachteil, dass dieses geballte Paket an Negativität eher etwas ist, das nur in moderaten Dosen verdaubar ist. Ansonsten läuft man Gefahr sich von der Bitterkeit anstecken zu lassen. Jetzt bleibt nur die Hoffnung, dass Adam Angst uns länger erhalten bleibt als Frau Potz und wir noch viele weiter Alben in die Hände gedrückt bekommen.

Grand Hotel Van Cleef / Vö: 20.02.2015

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