Donots – Karacho


Die Vorfreude auf das Donots-Album war bei uns dermaßen groß, dass wir uns absolut nicht entscheiden konnten, wer den jetzt die Ehre haben soll, dieses Album zu besprechen. Kurzerhand gibt es daher an dieser Stelle zwei Rezensionen.

Das erste Donots Album in deutsch und es ist sehr abwechslungsreich geworden.
Gleich der Opener “Ich mach nicht mehr mit” beginnt wie ein Angels & Airwaves Song, wechselt aber nach dem Intro in einen schmutzigen und wütenden Rocksong, der an tolle Bands wie The Bronx erinnert. Die 14 Songs klingen allesamt nicht gleich und haben vor allem in der Sprache ihren roten Faden. Funktioniert das überhaupt mit den Donots auf deutsch fragt sich jetzt sicher jeder. Ja, tut es, ist die klare Antwort. Allerdings sitzt nicht jeder Song, “Weiter” zum Beispiel gerät nicht zum erhofften Qualitätsklimax in der Albenmitte. Dafür ist “Das Ende der Welt ist längst vorbei” ein klassischer Donots-Hit, der ganz sicher auch live zünden wird. Schön sind übrigens auch die vielen liebevollen Zitate, die die Band in ihren Songs versteckt. Sowohl in den Texten als auch bei ihren Riffs. “Besser als das” könnte beispielsweise ohne Gesang als waschechter Caspian-Song durchgehen. Insgesamt ist “Karacho” ein sehr schönes Album geworden mit 14 verschiedenen Tracks, bei dem jeder Hörer seine eigenen Favoriten finden wird. Man muss den Donots hoch anrechnen, dass sie nicht still stehen bleiben, neue Pfade betreten und sich auch die Wut in der Bauchgegend behalten haben. Der Daumen geht eindeutig nach oben! (Clemens)

Die Donots sind eine dieser Bands, die einen irgendwo immer begleitet haben. Seien es Singles im Radio, Auftritte auf Festivals oder Features mit anderen Künstlern, diese sympatische Kapelle aus Ibbenbüren war immer irgendwo im Hinterkopf. Im mittlerweile 20. Jahr der Band scheuen es die Donots immer noch nicht, sich selbst neu zu erfinden. Das neuste Abenteuer ist mit “Karacho” ein komplettes Album mit deutschen Texten geworden.
Der Verdacht liegt nahe, dass Ingo und die Jungs irgendwo im Proberaum einen Schrank aufgemacht haben, in dem sich Thees Uhlmann und Farin Urlaub versteckt haben. Anders sind die gewitzten Wortspiele und Textzeilen nicht zu erklären, die dieses Album zusammen mit den offensichtlichen Einflüssen von Muff Potter und Slime zu einer sehr spannenden Erfahrung machen.

Egal, ob es bissig wie in “Dann ohne mich” und “Ich mach da nicht mehr mit” wird oder die Band in Songs wie “Straßenköter” und “Problem kein Problem” in philosophische Gefilde abtaucht (“Ich hab kein Problem – ich bin das Problem”), textlich ist das komplette Album auf einem hohen Niveau

“Hansaring, 2:10 Uhr” schließt das Album mit verhältnismäßig leisen Tönen ab. Der Song, dessen Titel einen Münsteranisierung von Kmpfsprts “Aachener Straße, Sechs Uhr Morgens” darstellt, bildet das Ende eines euphorischen Abends mit guten Freunden perfekt ab. Ein weiteres Highlight ist sicherlich “Junger Mann zum Mitleiden gesucht”, dass eine Brücke zwischen diesem Album und dem restlichen Werk der Band schlägt.

Die Donots machen mit “Karacho” drei Sachen mehr als deutlich:
1. der Name ist Programm. Das Tempo, welches die Exil-Ibbenbürener bei vielen der Songs an den Tag legen, trotzt jeden Alterserscheinungen.
2. Donots auf deutsch: kann man durchaus machen!
3. Die Donots gehören neben den Broilers und den Beatsteaks zu den derzeitig besten deutschen Bands der zweiten Reihe hinter den ewigen Frontsäuen von die ärzte und den toten Hosen.

Kurzes Fazit: Geiles Album, Jungs! (Florian)

 

Vertigo / Vö: 20.02.2015

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