Live: Into It. Over It., Modern Baseball & Tiny Moving Parts in Köln


iioimbtmp300Schon nachmittags läuft Tiny Moving Parts-Sänger Dylan Mattheisen mit bester Laune über das Gelände. Als die Band aus Fargo dann schließlich den Abend mit “Always Focussed” eröffnet, lässt sich das Grinsen nicht mehr abstellen. In einem kurzen und sehr intensiven Set macht das Trio deutlich, dass man zwar eigentlich der Support heute ist, die Band aber genauso gut als dritter Headliner spielen könnte. Mit den beiden Alben “This Couch Is Long And Full Of Friendship” und “Pleasant Living” hat man genug Material um die Menge bei Laune zu halten und einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Fast schon leise und friedlich ist dagegen der Auftritt von Into It. Over It. aus Chicago. Evan Weiss und seine Band sind heute wahrscheinlich die ältesten Teilnehmer des Line-Ups. Der Stimmung macht dies aber natürlich keinen Abbruch. Vielmehr singt das Publikum mit Leib und Seele die Zeilen mit und spornt die Band so noch weiter an. Neben Songs wie “Midnight Carol Street” und “Upstate Blues”, die einfach gespielt werden müssen, gibt es auch einen neuen Song zu hören, der definitiv Lust auf einen Nachfolger zu “Intersections” macht. Zwischen den Songs gibt es immer wieder Anekdoten und Observationen, die zeigen, wie wohl sich Evan und Co. auf der Bühne fühlen. Neckische Kommentare gegenüber Modern Baseball zeigen zudem, dass das Tour-Line-Up nicht nur musikalisch sehr stimmig ist.

Zeit für Philadelphia. Zeit für Modern Baseball! Das knapp 50 Minuten dauernde Set ist geprägt von der Catchiness der Songs, die live noch einmal besser zur Geltung kommen und vom sympathischen Rumalbern der Band. Insbesondere Brendan Lukens, einer der beiden Gitarristen und Sänger, steckt das Publikum immer wieder mit seinen Lachanfällen an und erwidert die freundschaftlichen Sticheleien gegenüber Into It. Over It.
Die Setlist ist stimmig und vor allem “The Weekend” und “Your Graduation” werden von der Menge sehr euphorisch aufgenommen. Doch auch der Rest von “Sports” und “You’re Gonna Miss It All” weiß zu begeistern.
Die Überraschung des Abends ist jedoch ein Cover des The Killers-Songs “When You Were Young”, welches komplett von Bassist Ian Farmer gesungen wird und stimmlich und klanglich extrem nah an das Original kommt. Nur eine Frage wirft die Darbietung auf: Warum hat Ian eigentlich nicht viel mehr Gesangparts in den eigenen Songs?
Nach einer kleinen Zugabe muss eine weitere Zugabe leider entfallen – die Band hat zwar Lust, aber es existieren einfach keine Songs mehr, die man noch spielen könnte.

Irritierend an diesem Abend war nur die leicht übertriebene Security, die (ungewöhnlich für die Größe der Show) darauf bestand in jede einzelne Tasche zu gucken (und diese am liebsten zu durchwühlen) und eine halbe Minute nach Ende der Show bereits zur Stelle war, um sicher zu stellen, dass auch ja niemand länger als nötig im Saal bleibt. Aber dies ist nur ein klitzekleiner Wehrmutstropfen eines ansonsten großartigen Konzertabends. Und jetzt alle:

“You got a smile that could light this town and we might need it
Cause it gets dark around here, real dark around here”

(22.03.2015, Underground, Köln)

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