Live: Joe Ginsberg, Brett Newski, Rob Moir & John Allen in Berlin


Es gab im Vorfeld schon das Gerüchte, dass Chuck Ragan oder Tim Vantol eine Spontanshow im Ramones Museum spielen würden. Tatsächlich kommt es etwas anders, aber mindestens genauso schön. Neben Chuck Ragan Bassist Joe Ginsberg ließ es sich auch sein ehemaliger Tourkollege John Allen nicht nehmen mit Rob Moir und Brett Newski in Berlins schönstem Cafe aufzuspielen.
Den Anfang macht um Punkt 17 Uhr John Allen mit einem kurzen und knackigen Set. Dabei gibt es auch einen neuen Song zu hören. Auf Grund des engen Zeitplans bleibt es allerdings leider bei etwa fünf Songs, die das Publikum aber begeistert aufnimmt.

Direkt im Anschluss spielt Rob Moir ein ebenfalls recht kurzes Set. Die Songs des Kanadiers sind zwar etwas sperriger, besitzen aber genug Eigenständigkeit um das Publikum einzunehmen. Rob versucht in der Kürze der Zeit möglichst alle seiner bekannten Songs in das Set zu bringen, leider bleiben dadurch seine Entertainerqualitäten etwas auf der Stecke. Der Applaus im Anschluss fällt zwar minimal verhaltener aus als bei seinem Vorgänger, der Auftritt des kleinen Singer/Songwriters aus Toronto ist aber dennoch mehr als gelungen.

Die erste Überraschung des Abends ist dann Brett Newski. Zwar war Brett schon das ein oder andere Mal in Berlin und hat sich hier schon in der Vergangenheit viele Freunde gemacht, allerdings ist dies das erste Mal mit seinem neuen Album “American Folk Armageddon”. Das Publikum ist voll da und es wird ein fast einstündiger Siegeszug des Sängers aus Milwaukee. Da verzeiht man auch ein Blink-182 Cover. Etwa 60-70 Zuschauern und ein entspannt drein guckender Chuck Ragan sind begeistert. Gerne mehr davon!
Zum Grande Finale gibt Joe Ginsberg nach fast einjähriger Sendepause in Europa einmal mehr seine Solosongs zum Besten – angeblich ohne diese zu proben. Nehmen wir ihm nicht so ganz ab, immerhin klingt das alles wie aus einem Guss. Apropos: Der Whiskey läuft bei Joe auch ganz gut. So überrascht weder die Redelaune noch das sonnige Gemüt. Nach circa 30 Minuten ist er dann auch wieder weg und mit ihm ein volles Ramones Museum, das sich nahezu geschlossen aufmacht zum Heimsathafen, wo im Anschluss Tim Vantol, Skinny Lister und Chuck Ragan ein ausverkauftes Konzert der Extraklasse abliefern. Was für ein Abend!

(03.04.2015, Ramones Museum, Berlin)

Foto: Kevin Winiker

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