8 Fragen an…O Captain! My Captain


Wir wollten gerade klugscheißen und sagen, dass sich die nun folgende Band nach “Dead Poets Society” benannt hat – dann ist uns aufgefallen, dass die Inspiration zum Bandnamen wahrscheinlich eher vom im Film zitierten Walt Whitman Gedicht entsprang. Wir sagen daher jetzt besser gar nichts mehr und lassen O Captain! My Captain selbst von sich erzählen:

O Captain! My Captain

1. Ihr seid inzwischen eine vierköpfige Band. Pascal, kannst Du die Schritte vom Soloprojekt zur Band nacherzählen?

Pascal: Um genau zu sein, waren es “Schritte” von Band zu Soloprojekt und wieder hin zur Band.
Als das mit meiner damaligen Punkrockband vor ein paar Jahren aus zeitlichen bzw. beruflichen Gründen in die Brüche ging, begann ich schon kurz später damit, kleine Akustik-/Folksongs zu schreiben und damit durch ein paar lokale Bars und Klubs zu tingeln…eben überall dort, wo ich spielen durfte.
Mein Bruder David spielte zu dieser Zeit Trompete in einer Ska-Punkband.
Um meine geschriebenen Songs hinsichtlich der Instrumentierung etwas abwechslungsreicher zu gestalten, spielten wir bereits nach wenigen Solo-Konzerten und einer kurzen Proberaumphase als Duo mit Gitarre, Trompete, Mundharmonika oder Melodika weiter und nahmen 2012 unser Debütalbum TRAVELS auf.
Da sich das weitere Songwriting dahingehend entwickelte, dass unsere eigenen Lieder uns irgendwann vorkamen wie Fullband-Nummern, denen eine Rhythmusgruppe fehlte, nahmen wir zunächst Benjamin Johannes mit ins Boot, einen langjährigen Schulfreund und auch schon Bassist meiner ehemaligen Punkrock-Band.
Am Schlagzeug verstärkte uns wenig später Markus Ott, seines Zeichens der Drummer von Davids damaliger Ska-Punkband und auch jemand, den wir schon seit etlichen Jahren kannten.
Es war uns wichtig, keine zusammengewürfelte Truppe aus Musikern zu sein, sondern einfach vier alte Freunde, die jetzt eben gemeinsam Musik machen und Songs schreiben.

2. Ihr kommt aus dem Saarland. Wie wirkt sich das auf Eure Musik aus?

Pascal: Ich denke nicht, dass die Tatsache, dass wir aus dem Saarland kommen, Auswirkungen auf unsere Musik hat. Weder in geografischer Hinsicht, noch aus irgendeiner persönlichen Heimatverbundenheit oder ähnlichem, was man Saarländern oft nachsagt. Bevor ich anfange in meinen Texten unserer “Herkunft” oder “Heimat” zu huldigen, hänge ich eher die Gitarre an den Nagel und fasse sie nie wieder an.
Solche Themen haben momentan durch Bands, wie diesen Armleuchtern aus Tirol ohnehin schon einen viel zu hohen Stellenwert im hiesigen Musikbusiness.

3. Das neue Album heißt “Chasing Fireflies”. Was wollt ihr mit dem Titel ausdrücken?

Pascal: Da wir alle in kleinen Provinzdörfern aufgewachsen sind – drei von uns sogar in dem selben – und ich mich in meinen Texten teilweise mit dem Thema “Dorfjugend” und dem Umzug in die nächst größere Stadt auseinandersetze, wollten wir diesen Aspekt irgendwie im Albumtitel einbetten. Also haben wir uns an unsere Kindheit erinnert und überlegt, wie diese sich von den Kindheitserinnerungen von jemandem unterscheiden könnten, der in einer größeren Stadt aufgewachsen ist und sind übereingekommen, dass es unter anderem das regelmäßige, fast tägliche Spielen und Umherjagen in den umliegenden Wäldern ist, was uns allen noch präsent war und einem Stadtkind in dieser Form wohl oftmals nicht vergönnt ist.
“Chasing fireflies” also sinnbildlich für diese oben beschriebenen Erinnerungen.

4. Gibt es einen Track auf der Platte, der euch besonders am Herzen liegt?

Pascal: “The wolves inside of me”. Einer der letzten Tracks, den wir für das Album geschrieben haben und musikalisch wie melodisch wohl am “routiniertesten”. Der Song stellt außerdem genau die Art von Musik dar, die wir uns vorgestellt haben zu machen, als wir O Captain! My Captain! zur Fullband aufgestockt haben.

5. Die Tracks klingen bisweilen durchaus auch poppig. Habt Ihr Euch im Vorfeld dazu besprochen? Oder war das ein natürlicher Prozess.

Pascal: Ich habe wohl einfach ein Faible für “poppige” Melodien, was man wahrscheinlich den einzelnen Stimmen und letztlich auch einem Großteil der Songs anhört. So lange der Punk-Charakter nicht vollends verloren geht, ist das hoffentlich in Ordnung…
Besprochen haben wir uns diesbezüglich nicht. Vielmehr entstanden die einzelnen Einschläge und Richtungen dadurch, dass wir einfach versucht haben, eine für diese Art von Musik größtmögliche Spannbreite und Abwechslung zu erreichen.

6. Ihr seid ja in Saarbrücken durchaus Local-Heroes. In welchen Städten spielt Ihr sonst noch gerne?

Pascal: Ich habe schöne Erinnerungen an ein Konzert in Trier zusammen mit Arliss Nancy. Damals traten wir noch als Duo auf.
Als wir zwischendurch eine Akustikversion von “True Believers” anstimmten, baute sich einer der bärtigen Arliss Nancy Sänger vor mir auf und brüllte mir die erste Strophe entgegen. Mir riss daraufhin eine Saite und wir sangen den Song von da an a capella weiter bis zum Ende. Hoffentlich war das nicht unser letztes Konzert im schönen Exhaus.

7. Was bringt das Jahr 2016 für Euch?

Pascal: Ich hoffe, dass wir 2016 mit unserer Band endlich etwas rumkommen und uns die Möglichkeit geboten wird, ein wenig durch die Gegend zu touren, was hinsichtlich der Planung gar nicht so einfach ist, bei vier Berufstätigen “Hobby”-Musikern.

8. Habt Ihr sonstige Vorsätze?

Pascal: Weiter an uns und neuen Songs arbeiten und nicht auf den, nennen wir sie mal “Lorbeeren” ausruhen, die wir bislang für “Chasing Fireflies” eingeheimst haben. Auch wenn es natürlich ein super Gefühl ist, dass etwas, was dich eine Menge Anstrengung, Zeit und Arbeit gekostet hat, letzten Endes gewürdigt wird. Wir wissen, dass das nicht selbstverständlich ist und sind jedem dankbar, der sich mit unserer Musik auseinandersetzt, darüber schreibt, redet oder sie einfach nur gerne hört.

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