Modern Baseball in Hamburg


Selten hat es mich so geärgert, zu spät zu einer Show zu kommen wie an diesem Abend im Nochtspeicher. Aber wer rechnet schon damit, dass bei einem Beginn um 20 Uhr schon um 20:20 Uhr die zweite Vorband im Finale ihres Sets ist? Egal, PUP sind einfach verdammt gut, und werden dem Sound ihrer Platten mehr als gerecht. Auch wenn ich die neue Single “If This Tour Doesn’t Kill You, I Will” leider verpasst habe, gibt es mit “Yukon” und “Reservoir” noch die beiden Highlights des ersten Albums. Nächstes Mal komme ich zur Sicherheit einfach drei Stunden früher.

Auf Modern Baseball bin ich gestoßen, als ich zum Start von Squiview ein wenig nach spannenden Band recherchiert habe. Seit dem ist das Quartett aus Philadelphia so etwas wie ein On-Going-Theme für diese kleine Seite. Egal ob es um die Platten geht, die Heimatstadt der Band oder das Book Of Friends, Modern Baseball sind einfach überall dabei. Wenig verwunderlich also, dass wir heute also schon das dritte Mal über eine Show der Band schreiben. Das Suchpotential, welches von MoBo ausgeht ist einfach extrem hoch – seid gewarnt!

Modern Baseball sind eine Band zu der einem viele Assoziationen einfallen. Joy Division sind eine davon. Diese Distanziertheit, die sowohl Jacob als auch Brendan in ihre Stimmen einlegen erinnern zuweilen schon extrem stark an Ian Curtis, Zu hoch gegriffen? Dann hört euch “You’re Gonna Miss It All” doch nochmal genau an. Die beiden neuen Songs “Apple Cider I Don’t Mind” und “Everyday”, die die Band heute Abend spielt gehen beide auch in genau diese Richtung.

Eine andere Band, an die Modern Baseball heute erinnern sind die ärzte. Vielleicht nicht unbedingt musikalisch, aber im Bezug auf Blödeleien und angespielte Coversongs kommt man schon verdammt nah an die Band aus Berlin heran. 50% Musik vs. 50 % außermusikalische Unterhaltung – ein schönes Verhältnis.

Die Setlist an diesem Abend bietet neben den schon erwähnten neuen Songs einen Rundumschlag aus dem bisherigen MoBo-Schaffensprozess. “Your Graduation” und “Apartment” dürfen ebenso wenig fehlen wie “Tears Over Bears” oder “The Weekend”. Nach zwei Zugaben und der gewohnten Portion-Ohrwürmer gehen beide – Band und Publikum – zufrieden in den jungen Abend.

(18.04.2016 – Nochtspeicher, Hamburg)

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