“Very, very soft”: Jeff Rosenstock in London


Jeff Rosenstock, Great Cynics und Toothpaste – eine Zusammenstellung, die so gut passt, dass es wenig verwunderlich ist, dass der Pub “The Victoria” bereits im Vorfeld ausverkauft ist.

Toothpaste, die das heutige Abendprogramm starten, erinnern irgendwie an eine spaßige Mischung zwischen Sex Bob-Omb aus “Scott Pilgrim vs. The World“ und Weezer. Mit Songs wie “All The Other Girls Are Shit” sorgt das Trio zudem für den ein oder anderen Ohrwurm.

Wie schon Toothpaste haben auch die Great Cynics heute einen kleinen Heimvorteil – den die Band allerdings alles andere als nötig hat. Großartiger Punkrock, der seine Nische irgendwo zwischen The Flatliners und den Muncie Girls (übrigens Label-Kollegen und Split-Partner) gefunden hat. Im Live-Kontext funktioniert das Ganze dementsprechend hervorragend.

Jeff Rosenstock ist das Mastermind hinter Bomb The Music Industry!, Kudrow, Anarctigo Vespucci und vielen anderen coolen Projekten. Solo setzt Jeff dort an, wo BMTI!’s “Vacation” aufhört – Chaos mit Plan – und tollen Texten.

Was heute aber noch mehr auffällt als die ohnehin schon guten Songs wie “Nausea”, “You In Weird Cities” oder “Hey Allison”, ist vor allem die tiefe Verbindung zwischen Künstler und dem Publikum. Während die Menge jedes Wort und jede Zeile von Herzen mitsingt, wird dies von der Bühne durch eine mitreißende Performance von Jeff und Band beantwortet.

Kleines Highlight der Show: als zwei der Saiten von Jeffs Gitarre reißen, gibt es zunächst einen Jam von Schlagzeug und Bass, der wenig später von einer Person aus der Menge am Keyboard begleitet wird und in einen Freestyle-Rap von Jeff (immer noch am Saiten wechselnd) gipfelt.

Das Ende der Show wird dann schließlich damit gekrönt, dass die Gitarre in die Menge geworfen wird und Jeff auf seinem Effektboard herumspielt. Chaos in Perfektion – very, very soft! Wir sind beim nächsten Mal definitiv wieder dabei!

(02.04.2016 – The Victoria, London)

Leave a Reply