Apologies, I Have None – Pharmacie


Apologies I Have None Album 2016

Seit “London”, dem vollkommen zurecht hochgelobten Debüt von Apologies, I Have None, ist einige Zeit ins Land gegangen. Zwischendurch gab es Konzerte mit The Gaslight Anthem, Make Do And Mend und Anti-Flag, Festivalauftritte auf Groezrock, Hurricane und Southside, eine düstere EP mit dem verheißungsvollen Titel “Black Everything” und eine Split-EP mit Luca Brasi, sowie den Ausstieg von zwei Bandmitgliedern: PJ Shepherd (Bass) und Dan Bond (Gitarre und Gesang). Trotz all diesem auf und ab – oder gerade aus diesem Grund – präsentiert die Band mit “Pharmacie” nun nach vier Jahren endlich einen neuen Langspieler.

“Pharmacie” setzt genau da an, wo “London” mit dem letzten Song “Foundations” aufgehört hat. Die Grundstimmung ist nach wie vor eher negativ und Themen wie Verzweiflung und Depression bilden den Kern eines mehr als eindrucksvollen Albums. Die lyrische Tiefe war zwar schon immer vorhanden, aber noch nie so ausgeprägt wie jetzt. Songs wie “Crooked Teeth” zielen fast schon gezielt darauf ab sich mit Zeilen wie “Everybody’s so fucking perfect, your only ever high. The only time you seem to crack a smile but when first impressions count do you want a flash of crooked teeth to count you out? ” auf zukünftigen Tattoos zu verewigen.

Unterstützt wird das Ganze durch einen Sound, bei dem sich die ganze Band in einen Wahn zu spielen scheint. Angelehnt ist das ans aktuelle Live-Konzept der Band, in dem sich das Quartett – allen voran Sänger Josh McKenzie – mit vollem Einsatz auf ihre Instrumente einwirkt und in dem auch schon einmal ein Akkubohrer vorkommen kann. Wenn Brand New irgendwann einmal aufhören sollten (und die Chancen stehen leider nicht schlecht): Apologies, I Have None könnten nahtlos einspringen.

Ein weiteres kleines Highlight auf “Pharmacie” ist das gekonnte Spiel mit Zitaten, das von der Methodik an Künstler wie Tomte, Caspar oder Kettcar erinnert, die den Hörer auch gerne Sachen in Ihren Songs entdecken können. Die Verweise, die Apologies, I Have None in ihren Zeilen verstecken, reichen von Klassikern wie “The Strange Case Of Dr Jekyll And Mr Hyde” von Robert Louis Stevenson in “Anything Chemical” über Bret Easton Ellis’ Kultbuch “American Psycho” in “A Pharmacy in Paris” bis hin zur Grabinschrift des Dichters John Keats in “Everybody Wants To Talk About Mental Health”.

Am Ende bleibt mit “Pharmacie” ein sowohl textlich wie auch musikalisch sehr intensives Album, das den Hörer auf der kompletten Länge mitzieht und ihn tief in die zumeist düsterem Gedankengänge hinabreißt. Wenn eine Band das schafft, weiß man, dass es sich hier um ein Album handelt, dass sich auch in 20 Jahren noch im Plattenspieler wiederfindet.

Anspieltipps: “Crooked Teeth”, “Killers”, “Love & Medication”

Uncle M Records / Animal Style Records / Holy Roar Records / Vö: 26.08.2016

Apologies, I Have None auf Tour mit Black Out Problems*:

21.09. BE – Antwerpen – Kavka

23.09. DE – Münster – Sputnikhalle (The M-Pire Strikes Back Festival +Moose Blood +Pup)

24.09. DE – Bremen – Tower*

25.09. DE – Hamburg – Hafenklang*

26.09. DE – Berlin – Musik & Frieden*

27.09. CZ – Prag – 007*

28.09. DE – Leipzig – Conne Island*

29.09. AT – Wien – Arena*

30.09. CH – Luzern – Treibhaus

01.01. FR – Strassbourg – Caj Molodoi

03.10. CH – Genf – Kalvingrad/Usine*

04.10. CH – Bern – Rössli*

05.10. CH – Rorschach – Treppenhaus*

06.10. DE – München – Sunny Red*

07.10. DE – Lindau – Club Vaudeville*

08.10. DE – Karlsruhe – Alte Hackerei

09.10. DE – Wiesbaden – Schlachthof*

11.10. DE – Trier – Exhaus*

12.10. DE – Koblenz – Circus Maximus*

13.10. DE – Hannover – Lux*

14.10. DE – Köln – MTC*

15.10. NL – Amsterdam – Sugarfactory*

16.10. NL – Eindhoven – Dynamo*

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