Philadelphia. – Neues von Modern Baseball, Dave Hause und Beach Slang


 

Wir müssen über Philadelphia reden. Oder viel mehr: wir wollen über Philadelphia reden! Bei der Durchsicht unserer aktuellen Themen ist uns aufgefallen, dass sowohl Modern Baseball als auch Dave Hause und Beach Slang eine große Gemeinsamkeit haben: alle kommen aus dieser Stadt an der Ostküste der USA – und es ist doch wirklich mal entspannend, nicht über Mr. Orange in Washington zu lesen, oder?

Fangen wir mit Modern Baseball an. Nachdem die Band im letzten Jahr ihr drittes Album “Holy Ghost” veröffentlicht hat, sind sie endlich wieder auf Tour bei uns und liefern durch die Auswahl ihrer beiden Vorbands Thin Lips und The Superweaks und gleich einmal eine Art Showcase für Philadelphia. Da Brendan an der Tour aus gesundheitlichen Gründen leider nicht teilnehmen konnte, mussten die Vorband auch gleich als Ersatz einspringen und die unterschiedlichsten Parts übernehmen. Gerade bei “Your Graduation” gibt es noch einmal ein Best-Of des Abends. Sean wechselt vom Schlagzeug an den Gesang. An Schlagzeug und zweiter Gitarre sind zudem Bandmitglieder von Thin Lips mit auf der Bühne bevor das Killers-Cover “When You’re Young” von Chris “Doc Bag” Baglivo von The Superweaks an der Gitarre unterstützt wird.

Klingt schon einmal ganz super, oder? Das Highlight des Abends hat sich allerdings schon vor dem Auftritt von Modern Baseball abgespielt:
Mitten im Auftritt von Thin Lips reißt das Fell des Basedrum. Die technische Pause wird überbrückt durch Gitarristen Chris, der seine liebsten Schildkröten-Witze erzählt und Sean, der zusammen mit dem Publikum seine Mutter anruft um von der Tour zu berichten.

Was für ein großartiger Abend, bei dem man sieht, dass die Bands da auf der Bühne alles andere als willkürlich zusammengebucht worden. Begleitend ist übrigens eine dreifach Split der Bands auf Big Scary Monsters erschienen.

(07.02.2017, Hafenklang, Haburg)

It's Always Sunny In Philadelphia

Kommen wir zu Dave Hause. Der Sänger eine Punkrock geht Solopfade? Wie originell! Zugegeben, es ist mittlerweile einfach ein Klischee geworden. Dave Hause ist aber eins der Beispiele für eine gelungene Ausführung dieses Schrittes. Nach “Resolutions” und “Devour” ist nun schon das dritte Album des The Loved Ones Frontmannes erschienen. Der Bezug zu Philadelphia? Wie wäre es mit dem wunderbaren Titel “Bury Me In Philly”?

Während Brian Fallon seit Jahren vergeblich versucht, seinem Idol Bruce Springsteen nachzueifern, gelingt es Dave Hause scheinbar mit Leichtigkeit, Platten heraus zu bringen, die auch aus der Feder vom Boss persönlich stammen könnten. Damit ist aber keineswegs eine langweilige Imitation gemeint, sondern einfach die immense Authentizität, die Dave Hause mit seinen Songs ausstrahlt. “Bury Me In Philly” setzt da an, wo “Devour” und die EP “Home Alone” aufgehört haben. Es ist schon fast sicher, dass sich auch die elf neuen Songs wieder unbewusst in zahlreiche Playlists schleichen werden. Dave Hause passt einfach immer irgendwie dazu. Eine Packung Herzblut mit Gitarre bitte!

(Vö: 03.02.2017 / Rise Records)

 

Den Namen Beach Slang zu lesen, löst eigentlich immer Vorfreude aus. Es scheint derzeit so, als ob James Alex und der Rest der Band kaum etwas falsch machen können. Das Album “A Loud Bash Of Teenage Feelings” ist noch nicht lange heraus, da gibt es schon die nächste Veröffentlichung zu bestaunen. “Here, I Made This For You (Beach Slang Mixtape Vol. 2)” ist nicht nur ein einfach Mixtape aus Lieblingssongs, sondern enthält 5 Beach Slang-typische Coverversionen. Bei einer Band, die so sehr auf Nostalgie und popkulturelle Verweise setzt ist das natürlich kein Wunder. Was das ganze noch schöner macht: das Tape erscheint standesgemäß auf Kassette.

Neuinterpretiert werden The Jesus & Mary Chain, The Candyskins, Tommy Keene, The Adverts und The Modern Lovers. Insbesondere mit der Punk Hymne “Bored Teenagers” von The Adverts (der wahrscheinlich unterbewertesten aller Punkbands) und “Wembley” von The Candyskins treffen Beach Slang wieder einmal genau den Nerv. So gut kann Nostalgie klingen.

 

“It’s always sunny in Philadelphia” suggeriert die gleichnamige Sitcom. Auf musikalischer Ebene scheint die Sonne gerade tatsächlich auf der Stadt in Pennsylvania zu stehen. Wir sind gespannt, was wir in Zukunft noch alles aus Philadelphia hören werden.

 


Dave Hause & The Mermaid auf Tour:

mit: Dead Heavens und Robyn G Shiels
01.03. DE – Köln – Gloria
02.03. DE – Hannover – Faust
03.03. DE – Berlin – Gretchen
04.03. DE – Münster – Skaters Palace
05.03. DE – Wiesbaden – Schlachthof
06.03. AT – Wien – Arena
07.03. DE – München – Strom
08.03. CH – Zurich – Dynamo
09.03. DE – Stuttgart – Universum
10.03. NL – Rotterdam – Roton
11.03. BE – Hasselt – MOB

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