Quiet Slang – Beach Slang können auch leise


Beach Slang 2018

Einfach mal leise sein. Weg mit der E-Gitarre und all dem wunderbaren Lärm und her mit Streichern und Klavier. Beach Slang experimentieren unter dem Namen Quiet Slang herum und geben vier Songs eine neue Seite. Es ist natürlich nicht weiter verwunderlich, dass das auch noch vorzüglich klappt – schließlich reiten Beach Slang seit ihrer Gründung auf einer Welle der Unfehlbarkeit. Zwei großartige EPs, zwei Alben die man immernoch rauf und runter hören kann und dazwischen mitreißende Live-Shows. Punkrock war nie schöner.

 

Die A-Seite der neuen EP “We Were Babies & We Were Dirtbags” beschäftigt sich mit einer eigenen kleinen Retrospektive. “Future Mixtape For The Art Kids” hat bereits als Opener des letzten Albums sehr gut funktioniert. Die Quiet Slang-Version setzt auch hier die Grundstimmung und gibt den Song eine ganz andere Bedeutung. Zeilen wie “Play it loud, play it fast” erhalten in diesem Kontext eine ganz eigene Ironie.

Mit “Bad Art & Weirdo Ideas” hat man sich zudem an die Band-definierende Hymne von “The Things We Do To Find People Who Feel Like Us” gewagt. Statt Pogo und Extase klingt der Song im neuen Arrangement verdächtig beruhigend. Ein wenig Aufgeregtheit kommt dennoch durch – es wäre sonst ja auch nicht Beach Slang.

 

Nachdem es mit den beiden “Here I Made This For You”-Mixtapes bereits ein paar großartige Cover (u. a. The Adverts & Dramerama) gab, dürfen die Hommages auch auf “We Were Babies & We Were Dirtbags” nicht fehlen. Mit “Androgynous” verneigt sich James Alex vor den Replacements. Wer Beach Slang live gesehen hat, weiß, dass Replacement-Cover fast schon fest zur Setlist gehören. Mit “Thirteen” endet die Coverseite der EP dann mit einem Klassiker von Big Star, der in dieser Version fast so klingt als hätte Sie Andrew Paley geschrieben.

 

(Vö: 20.10.2017, Big Scary Monsters / Polyvinyl)

 

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