“Fuck Jeremy Clarkson and fuck you too!” – Basement, Culture Abuse und Muncie Girls im Logo


Das Logo, die gute, alte Schwitzbox, ist eine der prägendsten Läden in Hamburg. Ich muss allerdings zugeben, dass ich bislang nur Against Me! in dem charmanten kleinen Club gesehen habe. Kurzes Fazit: unglaublich voll, unglaublich laut – und ein unglaublich gutes Konzert. Dreieinhalb Jahre später lande ich nun endlich wieder hier um das erste große Highlight des Jahres zu bestaunen: Basement – supportet von Culture Abuse und den Muncie Girls.

Ich gebe es ja zu, die erste Band sind eigentlich mein Hauptgrund für meine heutige Anwesenheit. Muncie Girls aus Exter sind aktuell eine der spannendsten kleinen großen Bands und haben 2018 mit “Fixed Ideals” endlich ihr zweites Album veröffentlicht. Die Tatsache, dass die Band einfach grundsympathisch ist, schadet sicherlich auch nicht.

Das besagte zweite Album bildet auch den Kern des Sets an diesem Abend. Songs wie “Jeremy”, “Falling Down” oder “Bubble Bath” kommen im Live-Kontext super an und das Publikum lässt sich auch irgendwie besser motivieren als zuletzt in der Astra Stube. Die zahlreich gezückten Handykameras zeigen, dass die mittlerweile vierköpfige Band perfekt in das Vorprogramm von Basement passen. Mit dem letzten Song (“Respect”, ein Song vom ersten Album, der frauenfeindliches Verhalten anprangert) haben die Muncie Girls das Publikum schließlich komplett überzeugt.

Ich weiß nicht, was ich von Culture Abuse erwartet habe, aber ich bin positiv überrascht. Auch wenn der Sänger mit seiner Winterjacke zunächst für Erstaunen im Publikum sorgt (es ist wirklich warm geworden), gehört die Band aus San Francisco genau hier rein. Die Punk/Grunge-Mischung erinnert an Idles, UK Subs oder The Dirty Nil und macht extrem Spaß.

Um 21:45 Uhr kommt damm mit Basement, der Act auf die Bühne, auf den der Großteil des Publikums hinfiebert. Der Opener “Disconnect” ist der Anfang völliger Extase – sowohl auf als auch vor der Bühne. Ein Meer aus Crowdsurfern und ein Publikum, dass jede Zeile, jedes Wort aus vollem Herzen mitsingt verwandelt das Logo in die berüchtigte Schwitz-Club  – bis es von der Decke tropft. Wann sind die eigentlich so groß geworden? Egal! Die Show ist perfekt und weder die Ansagen noch die Zugabe werden bei diesem Auftrittskonzept wirklich vermisst.

(16.01.2019, Logo, Hamburg)