Artists: Andrew Jackson Jihad, Caves

Ort: Underground, Köln

Datum: 20.10.2014


Caves: Man sind die laut! Das Trio aus England nutzt ihre Position als Support voll und ganz und lässt das Publikum im Underground mit offenen Mündern stehen. Der energetische Punkrock macht das Set sehr kurzweilig. Nur den kleinen „Friends“-Diss nehmen wir euch vielleicht ein kleines bisschen übel.

Andrew Jackson Jihad: Zuletzt waren Andrew Jackson Jihad im Vorprogramm von Frank Turner in Europa unterwegs. Jetzt, ein paar Monate und ein großartiges neues Album später, ist die Band zurück – diesmal als Headliner.

Neben den vielen großartigen Songs, wie beispielsweise “People II: The Reckoning”, welches vom Kölner Publikum voller Inbrunst mitgesungen wird, ist es vor allem die Art und Weise, in der die Songs präsentiert werden, die auf Begeisterung stößt. Als es beispielsweise darum geht “Do Re Mi” vom aktuellen Album “Christmas Island” auf die Bühne zu bringen, freut sich Sänger Sean wie ein Schneekönig über die Länge seine Mikrofonkabels. Kurzerhand wird der ganze Raum genutzt und Sean wandert sichtlich erfreut durch das Publikum.

Ebenfalls voller Einsatz ist Keyboarder- und Bassist Preston Bryan, der – wenn er gerade keins seiner Instrumente voller Hingabe bedient – auch einfach mal tanzt und mit seinen Moves Morrissey durchaus Konkurrenz macht.

Andrew Jackson Jihad sind wahrscheinlich eine der besten Bands, die man in diesem Jahr auf europäischen Bühnen sehen konnte. Die Symbiose aus Wahnsinn und genialen Texten, aus denen die physischen Veröffentlichungen bestehen, wird auch im Live-Kontext gut umgesetzt und bringt einfach unheimlichen Spaß.

Highlight: “But the big red bird that lives under the city doesn’t give a damn about me and it dies every night.” Während Caves beim letzten Song an Schlagzeug und Keyboard aushelfen, wird Sean vom Publikum durch den Raum getragen und singt die Zeilen von “Big Bird” voller Herzblut. Andrew Jackson Jihad geben einem großartigen Konzert-Abend den passenden Ausklang.

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Momentan erscheinen mal wieder EPs von allen Seiten. Wir haben uns die interessantesten zum Kurz-Review vorgenommen:

Es ist wirklich nicht der Fall, dass Bomb The Music Industry!-Mastermind Jeff Rosenstock uns erinnern müsste, was für großartige Songs er schreiben kann. Mit “Hey Allison!” tut er es aber dennoch in unter zwei Minuten im gewohnten Ausflipp-Sound und kündigt zugleich ein neues Solo-Album an, das im nächsten Jahr bei Side One Dummy erscheinen wird. Als B-Seite gibt es mit “I’m So Gross” noch weiteres Futter zur Wartezeit-Überbrückung. (SideOneDummy Records)

Split-Veröffentlichung! “Revolution” von den Bar Wire Dolls teilt sich eine 7″ mit „Grind Me Down“ und “Wolves Like Us” von Rather Raccoon. Während die Barb Wire Dolls mit brachialen Sound und einem Taxi Driver-Motiv auf ihrer Seite des Covers überzeugen, setzen Rather Raccoon auf Ohrwurmtauglichkeit. Die fast schon poppige Stimme von Liza Raccoon überzeugt besonders beim Song “Grind Me Down”. Los Angeles trifft Bayern auf Augenhöhe. (True Trash Records)

“If We Go Down, We Will Go Down Together” ist kaum sechs Monate alt, da beschenkt Tim Vantol seine Fans schon mit der nächsten Veröffentlichung. Auf der “Basement Sessions”-EP befinden sich  aufs wesentliche herunter gebrochene Versionen von Songs des Albums. Songs wie “Mercy Will Kill Me” gewinnen durch diese neuen Arrangements an Intimität und eignen sich vorzüglich zum Einläuten der Herbst-Sentimentalität. (Uncle M)

Knuckle Puck sind fleißig wie Eichhörnchen und veröffentlichen eine EP nach der anderen. “While I Stay Secluded” ist schon die dritte Veröffentlichung in diesem Jahr und setzt die Diskografie der Band aus Chicago logisch fort. Insgesamt sechs Songs mit dem Besten aus leichtlebigen Pop-Punk ergeben diese kurzweilige EP. Vielleicht kommt ja bald auch endlich mal ein komplettes Album. Wünschenswert wäre es jedenfalls. (Rude Records)

Die “Bird Feeder”-EP ist schon etwas länger draußen und gleichzeitig der Beweis, dass a) gut Emorock noch lange nicht tot ist, und b) von Big Awesome noch sehr viel zu erwarten ist. Das noch sehr junge Label Happy Little Trees beweist mit der Veröffentlichung zudem durchaus Spürsinn für gute kleine Bands. (Happy Little Trees)

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Lieblingsfilm? Lieblingsfarbe? Was möchtest du mal werden, wenn du groß bist? Vermutlich jeder hat in seiner Kindheit mindestens einmal eine Seite in einem Freundesbuch ausgefüllt. Wir bringen dieses kitschige Relikt zurück und bitten Künstler um einen Eintrag in unser Büchlein. Den Anfang macht Sean Bonnette, Sänger von Andrew Jackson Jihad, den wir während eines Konzerts in Münster getroffen haben.

Foto: Lisa Johnson

 

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Artists: The Menzingers, The Smith Street Band, The Holy Mess

Ort: Cassiopeia, Berlin

Datum: 11.10.2014


Was für ein Line-Up! Im restlos ausverkauften Cassiopeia geben sich am Samstag The Holy Mess, The Smith Street Band und The Menzingers die Ehre – und reißen die Bude ab.

The Holy Mess: Als Opening Band hat man’s ja bekanntlich nicht leicht, doch Menzingers Phylli-Freunde The Holy Mess wissen jedoch von Anfang an zu überzeugen. Ob’s daran liegt, dass sie fast komplett das vor Kurzem veröffentlichte Album ‚Comfort in the Dischord‘ spielen, oder daran, dass sie nur in Unterwäsche und Pudelmützen bekleidet auftreten: Die Jungs wissen was sie tun und machen einfach Spaß! Einziges Manko ist der Sound – sehr schraddelig abgemischt, gerade bei den ersten drei Songs; so braucht man eine Weile zum warm werden. read more »

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Punkrock und Boston ist eine Kombination, die schon viele großartige Bands zur Tage gebracht hat. Burning Streets bilden da natürlich absolut keine Ausnahme und überzeugen mit ihrer sympathischen Mischung aus rauen Stimmen und verzerrten Gitarren. Bevor im nächsten Jahr endlich ein neues Album erscheint, ist die Band ab dieser Woche in Europa unterwegs um in vielen kleinen Clubs den Ausnahmezustand auszurufen.

Auf einem Teil der Konzerte sind zudem die wunderbaren Tommy Gun dabei, die uns mit ihrem vor ein paar Monaten erschienenen Album „Of Roots And Trees“ bereits als Fans gewonnen haben.

Wir freuen uns diese Tour, die City Rat Records und Flix Records zusammengestellt haben, zu präsentieren und sprechen eine uneingeschränkte Empfehlung aus!

Tourdaten:

16.10. Berchtesgaden – Kuckucksnest w/ Tommy Gun
17.10. Verona (I) – Timeout w/ Tommy Gun
18.10. Pescara (I) – Orange Cafe w/ Tommy Gun
19.10. Trodica Di Morrovalle (I) – Drunk In Public w/ Tommy Gun
20.10. Dornbirn (AT) – Location w/ Tommy Gun
21.10. Munderfing (AT) -. Inside w/ Tommy Gun
22.10. Wien (AT) – Das Bach
23.10. St Georgen (AT) – Fabio’s Cafe w/ Tommy Gun
24.10. Valmez (CZ) – TBA
25.10. Brno (CZ) – TBA
26.10. Ostrava (CZ) – Plan B
27.10. Poland – TBA
28.10. Poland – TBA
29.10. Krakow (PL) – Grodzka 42
30.10. Prag (CZ) – Cross Club
02.11. Czech Rep – TBA
03.11. Kladno (CZ) – Auto da Fe
04.11. Teplice (CZ) – Bozak
05.11. Berlin – Wild At Heart
06.11. Hamburg – Kraken
07.11. Dülmen – Neue Spinnerei
08.11. Essen – Südrock

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Artist: Empire! Empire! ( I Was A Lonely Estate)

Titel: You Will Eventually Be Forgotten

Topshelf Records / Count Your Lucky Stars / Soulfood

Vö: 22.08.2014


Das Songs kleine Geschichten erzählen ist nicht wirklich neu. Man denke beispielsweise an „Escape (The Piña Colada Song)“ von Rupert Holmes, in dem sich ein Ehepaar gegenseitig neu entdeckt. Empire! Empire! (I Was A Lonely Estate) treiben das ganze jedoch auf die Spitze. „You Will Eventually Be Forgotten“ könnte theoretisch auch als Hörbuch beworben werden, da sich hinter der elf Songs tatsächlich auch elf kleine Geschichten verbergen.

Der Inhalt der Song variiert und greift die unterschiedlichsten Themen auf. „Ribbon“ handelt beispielsweise davon, dass Sänger Keith Latinen seine Frau und Bandpartnerin Cathy beinahe am Tag der Hochzeit verloren hat, weil diese in einen Verkehrsunfall verwickelt war. „A Keepsake“ hingegen erzählt von einem Familientrip in einem Kanu. Auch wenn die Song unterschiedlich sind, so vereint sie dennoch ein traurig sentimentaler Unterton, der mehr oder weniger subtil mitschwingt. „You Will Eventually Be Forgotten“ ist wie ein kleines Tagebuch, das voller Erinnerungen an prägende Erlebnisse steckt. Die Tatsache, dass parallel zum Album auch ein Graphic Novel zu den Songs erscheint, verstärkt den Eindruck einer Story-Sammlung noch weiter.

Topshelf Records und Count Your Lucky Stars Records wissen beide, was sie an Empire! Empire! (I Was A Lonely Estate) haben. Aus dem Grund haben die beiden Indie-Labels das Album der Band aus Fenton, Michigan kurzerhand gemeinsam veröffentlicht. Beide Labels hatten einen extrem guten Riecher: „You Will Eventually Be Forgotten“ ist in der ersten Woche auf den zweiten Platz der offiziellen Vinyl-Charts eingestiegen.

Wer mit Death Cab For Cutie, Brand New oder Into It. Over It. Auch nur annähernd etwas anfangen kann, wird sich auch schnell von „You Will Eventually Be Forgotten“ begeistern lassen. File under: Neue Lieblingsband!

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Artist: The Dirty Mugs

Titel: Wildfire

East Grand Record Co.

Vö: 14.10.2014


Eines vorneweg: The Dirty Mugs ist eine echt gute Folk Platte gelungen. Und das liegt nicht nur an den vielen verschiedenen, schönen Vinylfarben, in denen diese schnieke Platte veröffentlicht wurde und mein Sammlerherz höher schlagen lassen.

Die Band aus Tulsa Oklahoma klingen wie waschechte Rednecks und wie Flogging Molly – wenn sie noch in kleinen Bars spielen würden. Die Songs haben Schmiss und machen Lust auf die Live-Shows der Band. Da die Jungs aber zumindest hierzulande noch vollkommen unbekannt sind, bringt das Googlen Erstaunliches zu Tage: The Dirty Mugs haben nicht nur schon Bands wie Rancid auf großem Publikum supportet, sondern waren auch Backing Band für Afroman (genau der Afroman: “Because I got high” und so).

Bei allen Tracks hat man das Gefühl, dass die Band wahrhaftig und leidenschaftlich genau so klingt, wie sie klingen will. Die Musik klingt ursprünglich, echt, authentisch und natürlich. Manchmal wird das Tempo etwas zu schnell und wild, das unterstreicht aber den Eindruck, dass The Dirty Mugs eine verdammt gute Liveband sein müssen. Diese Jungs haben einen ganz eigenen, originellen Sound und erinnern mich in ihrer Energie und kollektiven Begeisterung an Ska-Bands wie Talco oder die großartigen Gogol Bordello. Auch bei The Dirty Mugs spürt man die ein oder andere Sportzigarette im Blut. Was jetzt nur noch fehlt ist noch eine Europa-Tour in kleinen, schwitzigen Clubs. Ich wäre ganz sicher dabei!

Text: Clemens Richard

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Superheaven – vorher unter dem Namen Daylight bekannt – sind eine der großen Hoffnungen des modernen Grunge-Sounds. In diesem Jahr hat die Band bei SideOneDummy ihr Debütalbum „Jar“ wiederveröffentlicht und war zusammen mit Nai Harvest auch hier zulande unterwegs. Im Rahmen dieser Tour hat sich Sänger Taylor Madison unseren kleinen Fragebogen vorgenommen. Schonmal vom 10.000 Seelen Städtchen Quakertown in Pennsylvania gehört? Nein? Dann wird es jetzt Zeit:

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Artist: Hostage Calm

Titel: Die On Stage

Run For Cover Records / Rykodisc / Warner

Vö: 26.09.2014


Hostage Calm sind mal als waschechte Punkrockband mit Post-Hardcore Elementen gestartet. Schon mit dem zweiten Album konnte man aber vor allem damit begeistern, dass man einen eigenen Sound kreiert hatte, gleichzeitig aber auf der Platte viele verschiedene Einflüsse zu hören waren. Während der im Anschluss von J. Robbins (Jawbox) produzierte Nachfolger “Please Remain Calm” mehr in eine Emo / College Rock Richtung ging, die der Band auch gut stand, ist das nunmehr vorliegende “Die On Stage” eine relativ poppige Angelegenheit. Powerpop würde man dazu auf Neu-Deutsch sagen. Man kann das furchtbar und sicherlich auch belanglos finden. Wenn man sich allerdings darauf einlässt, lassen einen die Ohrwürmer nicht mehr los. Alleine das simple “Fallen Angel” summt man schon nach zweimaligem Hören mit.

Vom Vibe her erinnert die Platte an New Found Glorys “Coming Home” und MXPX unterschätztes “Slowly Going The Way Of The Buffalo”. Ein großer Einfluss waren sicher auch Bands wie Say Anything, die gerade beim Albumhighlight “Someone Else” Pate standen. Mit “A Thousand Miles Away From Here” merkt man Hostage Calm auch kurzzeitig wieder an, dass man mal sicher die ein oder andere Lagwagon-Platte gehört hat. Ob alte Fans mit dem ruhigeren Midtempo etwas anfangen können, vermag ich aber nicht zu sagen. Die immer wieder eingestreuten Auto-Tune Effekte, Dance-Pop-Elemente und Synthies sind für manche sicher zu viel des Guten. Dazu kommt, dass der Grundtenor der Texte zwar oft traurig ist, aber die Melodien so cheesy sind, dass die Songs doch wieder ins föhlich-poppige abdriften. Viel Tiefgang sucht man auf den 10 von Will Yip (None More Black, Title Fight) produzierten Tracks vergeblich. Da hatte die Band auch schonmal mehr zu sagen. Wer jetzt allerdings nach einer leichten Platte zum Sommerausklang sucht, der wird mit “Die On Stage” absolut fündig.

Text: Clemens Richard

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Artists: Masked Intruder, Pale Angels, Rivershores

Ort: Sputnik Café, Münster

Datum: 20.09.2014


Rivershores: Die Eröffnung für diesen Abend ist erst die zweite Show der Band aus Dortmund und dennoch ist man bereits im Rooster von Uncle M. Das Münsteraner Label wird Anfang 2015 eine EP der Jungs veröffentlichen. Vorab-Applaus? Vielleicht. Im Sputnik Café beweisen Rivershores jedoch schnell, dass hier jemand den absolut richtigen Riecher hatte. Spätestens beim zweiten Song kommen diejenigen, die vorher noch draußen am Rauchen waren, schnell herein um die sympathische Punk-Band nicht zu verpassen. Es erwartet uns hier sicherlich noch einiges!

Pale Angels: Masked Intruder haben sich Pale Angels als dauerhaften Begleiter für diese kleine Tour ausgesucht. Die Band vermischt Punkrock mit Grunge-Elementen und legt vor allem eines an den Tag: Tempo! Schneller als die Ramones pflügt das Trio sich durch ein atemberaubendes Set. Vor allem dem Bassisten ist der Spaß die ganze Spieldauer hindurch anzusehen. Bevor für die Hauptband Platz gemacht wird, geben alle drei noch einmal alles und spielen sich in Extase. Selten hat eine Vorband so überzeugt.

Masked Intruder: Vier maskierte Männer betreten die Bühne des Sputnik Cafés. Jede Maske hat eine andere Farbe und stimmt mit der des Instruments und der der Schuhe überein. Hinter den Maskierten stellt sich ein Mann in US-Polizei-Uniform auf und beobachtet alles mit strengem Blick. Was jetzt folgt sind allerdings keine Kampfansagen, sondern Pop-Punk der feinsten Sorte. Invader Blue, Green, Red und Yellow (bzw. Orange) spielen ihre Songs über Liebe und Gesetzesbruch und haben das Publikum zu jeder Zeit fest im Griff. read more »

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