Eine Split von Boysetsfire und Kmpfsprt hat ja generell schon mal zwei sehr gute Voraussetzungen: Boysetsfire und Kmpfsprt. Noch interessanter wird das Projekt durch zwei Tatsachen:
a) Die Platte kommt der sehr unterstützenswerten Organisation Sea Shepherd Deutschland zu Gute.
b) Beide Bands sind mit einem Cover vertreten.
Nun kann man beim Covern natürlich viele Wege gehen. Man könnte sich gegenseitig covern, man könnte die eigenen Vorbilder covern oder man betritt komplett unverhofftes Gebiet – und genau das ist das Konzept hinter der Platte. Boysetsfire machen aus “Wrecking Ball” von Miley Cyrus genau den Song, der er eigentlich ist: eine fast schon schmalzige 80er-Jahre Rockballade um die selbst Journey neidisch wäre.
Kmpfsprt hingegen fischen tatsächlich im damaligen Jahrzehnt. “Ohne dich” von der Münchener Freiheit ist in der Original-Version kaum erträglich. Erfreulich daher, dass Kmpfsprt den Song so sehr zu ihrem eigenen machen, dass dieser auf “Jugend mutiert” vielleicht gar nicht mal aufgefallen wäre. (Uncle M)


Nach “Like I Care” und “Stole The TV” gibt es endlich neues Material von The Bombpops. Statt eines lange überfälligen Albums gibt es mit “Can O’ Worms” allerdings wieder nur zwei Songs. Diese sind zwar beide großartig und beweisen, dass die Band Skate-Punk mehr als beherrscht, dennoch will man als Hörer doch gerne mal ein komplettes Album in der Hand halten. (Alleine schon um zu prüfen, ob die Band es auch auf 12″ schafft diese extreme Eingängigkeit beizubehalten.)
Solange muss man halt mit diesen beiden neuen Lieblingssongs auskommen.


 

Tapes! Spätestens seit dem Cassette Store Day sollte klar sein, dass die MC zurück ist. Ein passenderes Medium hätten sich Rowan Oak für “It’s Hard To See You Clearly” gar nicht aussuchen können. Der Sound der Band – mit Anleihen aus Emo und Punkrock der späten 90er Jahre – ist einfach wie gemacht fürs Kassettendeck. Highlight der drei Songs ist eindeutig “Fail Safe”, welcher alleine schon den Erwerb des Tapes vollkommen rechtfertigen würde. “Jeff Bridges” und “To You” (inkl. Benjamin Bruns von Goodbye Fairground) kommen da vielleicht nicht ganz ran, sind aber alles andere als schlecht und eine ziemlich gut Bonus-Beigabe. Mehr davon!(Colossus Tapes)


“Starting Fires In My Parents House” ist ein Titel, der schon vor dem ersten Hören Neugier auf die EP von Blis. macht. Die Band aus Atlanta schafft es mit einer gut ausbalancierten Mischung aus Traurigkeit und Euphorie mitzureißen. Wer mit Tiny Moving Parts etwas anfangen kann, wird wahrscheinlich auch Blis. schnell lieb gewonnen haben. Die vier Songs der EP versprechen definitiv schon einmal einiges!(Soft Speak)

Share Button

Artist: Atlas Losing Grip, Smile And Burn

Ort: SO36, Berlin

Datum: 22.01.2014


Die erste Show mit neuem Sänger – und man fragt sich ob wirklich alle Konzertbesucher des SO36 auch wissen, dass Frontmann Rodrigo nicht mehr dabei ist. Die Ankündigung kam zumindest im Vorfeld kurzfristig und überraschend.

Zunächst rocken aber ab ca. 21:15 Smile And Burn die Bühne. Die Berliner ziehen dabei alle Register und haben sich über die letzten zwei Jahre deutlich weiterentwickelt. Man merkt zudem, dass viele Besucher gerade wegen der Band den Weg ins SO36 gefunden haben. Wer nach einem legitimen Nachfolger der Donots sucht, findet ihn ganz sicher in Berlin. Das Gros des Sets besteht im Übrigen aus neuen Songs, besonders gut zündet das Beatsteaksesque “Apologies And Alibis” und der Action Action-Opener “Expectations”.

Nach relativ langem und pathetischem Intro betreten dann Atlas Losing Grip die Bühne. Eines wird von Beginn an klar: Hier hat jemand in den letzten Monaten ziemlich Zeit in das Performance-Management der Band investiert. Die Schweden ziehen eine ziemlich durchgetaktete Show ab, mit Nebelschwaden, großen Gesten und ausladenden Gitarrensolos. Das Gefühl sagt: “Less NOFX, more Manowar”. Passt aber irgendwie. Der frühere und jetzt-wieder Satanic Surfers-Frontmann Rodrigo war ja sehr statisch in seiner Bühnen-Darbietung, sein Nachfolger führt diese Tradition fort, erweitert sie aber um gestenreiche Handbewegungen, die man sonst nur aus dem Heavy Metal kennt. Passt aber auch.

Die ersten fünf Minuten sind zwar ein kompletter Overload, wenn man sich aber erst auf alles eingelassen hat, dann macht die Show Spaß. Das hat damit zu tun, dass Atlas Losing Grip in ihr Set aus neuen Songs auch immer wieder geschickt alte Hits einstreuen und die Band live super tight spielt. Besonders aber ist der neue Frontmann Niklas nicht nur beeindruckend stimmsicher, sondern vor allem auch textsicher ist. Von Nervosität beim ersten Auftritt ist sowieso keine Sekunde die Spur. Wenn jetzt noch mehr Besucher an einem Donnerstag den Weg ins SO36 gefunden hätten, wäre das für nicht nur für Besucher und Bands, sondern auch für den Veranstalter ein rundum gelungener Abend gewesen.

(Text: Clemens Richard)

Share Button

Als Andrew Paley (Sänger und Gitarrist bei The Static Age) neulich ein gemütliches, kleines Konzert im Bochumer Neuland gespielt hat, hatten wir mal wieder unser Freundschaftsbuch in der Tasche und haben ihm das natürlich direkt in die Hand gedrückt. Nach reiflicher Überlegung bekamen wir seine Seite dann wie folgt zurück:

“Songs For Dorian Gray” erschien im Dezember bei Flix Records – digital und auf Kassette.
(Ein großer Dank geht an dieser Stelle natürlich auch an Eva, die für das spontane Kugelschreiber-Portrait verantwortlich ist.)

Share Button

2015 ist gerade in der zweiten Woche und schon gibt es einige Platten und Touren, die die Hoffnung darauf wecken, das uns ein weiteres großartiges musikalisches Jahr bevorsteht. Wir haben uns umgeschaut und wagen einen kleinen Ausblick:

 

Austin Lucas
Letztes Jahr war Austin Lucas zusammen mit Emily Barker und PJ Bond unterwegs. Nun ist der sympathische Americana-Punkrocker zurück und stellt sein neues Album vor:

28.01.2015 Hamburg – Hafenklang
29.01.2015 Leipzig – Werk 2
30.01.2015 Berlin – Cassiopeia
31.01.2015 Jena – JG-Stadmitte
03.02.2015 Vienna – Arena
14.02.2015 Winterthur – Gaswerk
17.02.2015 Wiesbaden – Schlachthof
25.02.2015 Venlo – Grenswerk
26.02.2015 Aarschot – Gasthuisschuur
27.02.2015 Eindhoven – Wilhelmina
28.02.2015 Münster – Gleis 22

 

Dropkick Murphys

Wenn man an Punkrock mit Irish-Folk-Einflüssen denkt, kommen direkt zwei Bands in den Sinn: Flogging Molly und Dropkick Murphys.
Letztere statten uns im Rahmen ihrer “Celtic Punk Invasion”-Tour im Februar auch endlich wieder einen Besuch ab. Als Support haben die Bostoner mit den Mahones, Blood Or Whiskey und Bryan McPherson ein buntes Line-Up, das grandiose Mini-Festivals verspricht. Vielleicht haben die Dropkick Murphys ja auch den Nachfolger zu “Signed And Sealed In Blood” mit im Gepäck.

04.02.2015 Lingen – Emsland-Arena
10.02.2015 Hamburg – Sporthalle
11.02.2015 Hannover – Swiss Life Hall
12.02.2015 Saarbrücken – E-Werk
13.02.2015 Freiburg – Rothaus Arena
21.02.2015 München – Zenith
22.02.2015 Köln – Palladium

read more »

Share Button

2014 nähert sich dem Ende und wir schauen kurz und schmerzlos zurück auf all die Platten, Songs und Konzerte die uns besonders im Gedächtnis geblieben sind:

read more »

Share Button

Last year we had a list of christmas movies, this year we bring you Squiview’s Ultimate Christmas Playlist! 18 bands and artists chose their favourite christmas tunes – resulting in a mix that has something for everybody: cheerfull hymns, hate-songs, silence and a duet by Jessica Simpson. Enjoy!

1. Bob Dylan – It Must Be Santa (Christmas In The Heart)
I’m not a big fan of Christmas music and I was sceptic when Bob Dylan announced that he would publish a Christmas album. I still don’t know what to think of this album, but Must Be Santa is brilliant. It’s a polka with everything that comes along with it and Dylan shows that he hasn’t lost his sense of humour. Check for 1:52 when he is supposed to list all of Santa’s reindeers, but starts listing US Presidents instead. Oh and in the video Bob Dylan plays the creepy drunk uncle sitting in the corner of a house party that ultimately ends in a riot right before Santa arrives. Pure class!
John Allen

2. Burt Ives – Have A Holly Jolly Christmas
I think I would have to go with “Have a Holly Jolly Christmas” by Burl Ives. There is nothing like Burl Ives during the Christmas season. My grandmother would always play Burl Ives during Christmas and It wouldn’t be Christmas till this song was played.
6’10

3. Bing Crosby & The Andrews Sisters – Mele Kalikimaka
When I was a kid, Bing Crosby’s Merry Christmas LP was a heavy rotation mainstay on our turntable around the holidays. This was always my favorite song on the record. I love the sunny, un-Christmas-y vibe, the laid-back and flawlessly-executed arrangement, and of course those killer Andrews Sisters harmonies.
Jenny Owen Youngs read more »

Share Button
category: Platten
tags: ,

Artist: 6’10

Titel: The Humble Beginnings Of A Rovin’ Soul

Selfreleased / Burnside Distribution

Vö: 09.01.2015


Tobin Bawinkel von Flatfoot 56 wandelt seit Neuestem auf Solo-Pfaden und tobt sich kreativ in seinem Folk-Projekt 6’10 aus. Die Band aus Chicago veröffentlicht am 9. Januar ihr Debüt Album in Eigenregie – und das hat wirklich einiges zu bieten:

Mit dem entspannten Opener “Cannonball” zeigt die Band gleich, wohin die musikalische Reise geht: Unwillkürlich fängt der Fuß an, mitzuwippen und am Ende des Songs erwische ich mich beim mitsummen. Gleichzeitig tut sich vor meinem inneren Auge ein gemütliches Hauskonzert auf, was gar nicht so abwegig ist, da Bawinkel laut eigener Aussage als Inspiration das Musizieren mit seiner Familie in Kindertagen diente.

Schön abwechslungsreich flicht die Band in den poppigen Folk neben Mandoline, Akkordeon, auch Geigen mit ein.

Die 11 Songs der CD kommen teils ungeschliffen sympathisch mit kleinen Schönheitsfehlern daher, was der ganzen Produktion einen freundlichen, rauen Charme gibt. Toll ist auch, dass zu hören ist, wo aufgenommen wurde: So sind Hintergrundgeräusche aus einem Wald, am Meer (bzw. vielleicht in der Nähe der Great Lakes?) und aus einem Café zu hören – eine tolle Idee, diesen Klangteppich in die Songs mit einfließen zu lassen!

Die Themen der Songs variieren, sind teils ergreifend, berührend und schneiden ernste Themen (Beziehungskrise, Trennung, Verlust) an, sind jedoch immer mit einer umwerfend positiven Message verbunden. So auch mein Lieblingslied der CD namens “Someday Hun” – ein toller Song über das Reisen, das Tourleben und das Zerbrechen einer Liebe.

“The Humble Beginnings of a Rovin” Soul ist eine durch und durch gelungene Platte, die richtig Spaß macht – egal ob sie poppig und locker wie bei “Tuesday” daherkommt oder folkig Storyteller-mäßig wie “Burning Ship”. Unbedingt reinhören!

Text: Paula Lingen

Share Button

Artist: Andrew Paley

Ort: Neuland, Bochum

Datum: 09.12.2014


The Static Age aus Chicago sind eine dieser Bands, die man fast jedes Jahr in kleinen Clubs erleben kann. Mit Alben und EPs die auf Flix Records und Uncle M erschienen sind, haben sich die Post-Punks bereits eine kleine Fangemeinde in Europa aufgebaut. Sänger Andrew Paley auf Solo ist dennoch eine Neuheit. Nach einigen Support-Slots für Garreth Klahn und Karl Larson schließt die Tour mit zwei Headline-Auftritten ab. Einer davon findet heute im Neuland in Bochum statt.

Das Neuland in Bochum ist eins dieser sympathischen kleinen Kaffeehäuser/Restaurants/Wohnzimmer, die in den letzten Jahren in immer mehr Städten aus dem Boden sprießen. Auch wenn die Musiker hier mitten im Raum stehen, gliedern sie sich dennoch voll und ganz in das Ambiente ein.

Bevor Andrew Paley an der Reihe ist, gibt es noch einen kleinen Supportact. Stefan Flanders, der sich einen zweiten Gitarristen als Unterstützung mitgenommen hat, schreit während seines kurzweiligen Auftritts die ganze Bude zusammen und erinnert irgendwie an eine Mixtur aus Clickclickdecker und Muff Potter ohne Strom.

Nach dieser Darbietung tritt Mr. Paley schließlich mit seiner Gitarre in den Raum und bietet mit “Amphibian” direkt den ersten The Static Age-Song. Da er vor kurzem erst ein Tape bei Flix Records veröffentlicht hat, gibt es mit “Feeling Detroit” natürlich auch einen Song hiervon.

Als wäre das Tape, die eigene Solo-Platte und die vielen Songs, die The Static Age bereits veröffentlicht haben, nicht genug, garniert Andrew das Set mit drei Coversionen. Zum einen gibt es “Waltz #2 (XO)” von Elliot Smith, einen Song, den er am Vorabend sogar zusammen mit Smiths ehemaligen Keyboarder performen durfte. Die zweite Cover-Version ist eine reduzierte Version des Hank Williams Klassikers “I’m So Lonesome I Could Cry”, dem Andrew mit seiner Stimme eine ganz eigene Note verleiht. “I Can’t Hardly Wait” von The Replacements kennt man bereits aus den Sets von The Static Age. Auch hier verleiht die Interpretation des Künstlers dem Song ein Eigenleben.

Im Vordergrund stehen aber heute eindeutig die Songs von The Static Age. So gibt es mit “These Days”, “Count The Dead”, “Ghosts”, “Eulogy” einen Querschnitt durch die bisherige Discography der Band, bei dem einige Songs nach eigener Aussage heute ihre Akustik-Premiere feiern. Mit “Alarms” wird zudem auch das 2007 erschienene Solo-Album “White Rooms” nicht außen vor gelassen und rundet einen Abend ab, nachdem man sehr zufrieden nach Hause geht und auf die nächsten Shows – mit oder ohne Band – hinfiebert.

Share Button
category: Interviews
tags:

Mit dem Album  “Antelopes” passten The Dimensions perfekt in die Reihe der kleinen Punkbands auf die sich das Hamburger Label Zeitstrafe spezialisiert hat.  Nun gibt es mit “Blue Smoke” endlich neues Material der drei aus Köln. Für uns Grund genug um Franky zu all dem und noch viel mehr (Stichwort: Skateboardunfälle) auszuquetschen:

Ihr seid ja alle megamäßig beschäftigt mit Ausbildung, Jobs, anderen Bands. Erzähl doch mal, was ihr so in der letzten Zeit getrieben habt.

Also Maarten wohnt ja jetzt schon etwas länger in Düsseldorf, weil er dort ne Ausbildung zum Logopäden macht. Außerdem hat Maarten sich erst neulich mit seiner Freundin nen Hund zugelegt, mit dem er glaube ich recht viel Zeit verbringt. Musikalisch ist er neben Dimensions noch bei Underparts und Annotation aktiv.
Simon trifft man unter der Woche beim Music Store in Köln an. Der arbeitet da in der Gitarrenwerkstatt und baut sich da ständig neue Gitarren zusammen, wenn er die Zeit dazu findet. Ansonsten hilft er seit Mitte des Jahres recht oft bei Goodbye Fairground aus und spielt mit mir noch bei Port Rois.
Ich studiere derzeit noch, spiele mit Maarten bei Underparts und mit Simon bei Port Rois.

Wie kam es dazu dass ihr jetzt mit einer 7″ um die Ecke kommt?

Da gibt es mehrere Gründe. Der erste ist, dass 7″ an sich einfach ein tolles Format ist zum Musikhören. Wer hört schon ein ganzes Album am Stück, ohne sich nebenbei mit was Anderem zu beschäftigen. Ich zumindest nicht.
Der zweite Grund ist die Kehrseite, also die Produktion. Als wir letztes Jahr im Dezember über die nächsten Aufnahmen gesprochen haben, hatten wir vier Lieder grob stehen und der einzige absehbare Zeitraum, zu dem wir gemeinsam ohne ständige Unterbrechungen aufnehmen konnten, war zwischen Weihnachten und Neujahr.
Ein Freund hat uns dann einige Mikros geliehen und dann haben wir die Lieder selber aufgenommen. War ein Experiment, aber da lag auch der Reiz drin.

Das Artwork ist ziemlich schick. Wer hat’s gemacht und was war die Idee dahinter?

Das Artwork stammt von Jamie Morrison von den Pale Angels. Als Maarten und ich letztes Jahr mit Underparts in der UK eine Tour gespielt haben, haben wir bei Jamie in Swansea übernachtet. Er hat bzw. hatte ein ziemlich freakiges Haus, in dem so ziemlich jeder Gegenstand angemalt war. Eine Sache fanden Maarten und ich beide total toll. Das war so eine angemalte Holzklappe von einem Sicherungskasten. Aus diesem Bild ist letzten Endes unser Cover entstanden, weil es von der Stimmung gut zu dem Titelstück “Blue Smoke” passt.

“Antelopes” ist 2012 auf Zeitstrafe erschienen. Hat sich durch das Label bei euch eigentlich viel verändert? Also was die Wahrnehmung der Band bei den Leuten anbelangt oder dass ihr selber anders an Dinge wie das Songwriting herangeht?

Klar, Zeitstrafe hat uns glaube ich echt einen guten Schritt nach vorne gebracht. Als Band ein Album zu haben, wirkt sich glaube ich auch direkt auf die Wahrnehmung aus. Renke hat uns aber auch schon vor der “Antelopes” ziemlich viel geholfen. Vor allen Dingen dadurch, dass wir viel mit Antitainment und Trip Fontaine spielen konnten.
Das Songwriting hat sich nach der “Antelopes” schon stark geändert. Bis dahin haben wir bei jedem Release erst recht aufwendige Voraufnahmen gemacht und dann im Studio einfach nur genau das nachgespielt, was wir zuvor in den Voraufnahmen erarbeitet haben. Bei “Blue Smoke” war das ein viel intuitiverer Prozess. Wir haben einfach angefangen aufzunehmen und dann solange an den Songs gebastelt bis wir die gut fanden.

Wann kommt ihr eigentlich mal wieder auf Tour?

Puh. Gute Frage. Ich hoffe mal, dass wir es diesen Sommer schaffen, aber konkrete Pläne gibt es da noch nicht.

Ich finde bei euch total super, dass ihr nur zu dritt seid. Inzwischen haben ja alle Punkrock Bands zwei Gitarristen. Habt ihr euch schon mal überlegt noch jemanden mit ins Boot zu holen?

Wir haben 2007 sogar mal mit zwei Gitarristen geprobt, aber das hat gar keinen Spaß gemacht. Sonst waren wir hin und wieder mal zu viert, wenn Maarten sich mal wieder den Mittelhandknochen gebrochen hat. Das ist insgesamt dreimal passiert. Einmal hat er an seinem Geburtstag einen Fakie 360° von der Veranda gemacht und ist auf der Hand gelandet.

Was sind so eure derzeitigen Lieblingsbands?

Maarten hört momentan viel The National und dann noch die “Cuban Balerina” von Dead to Me seitdem raus gekommen ist, dass die wieder mit dem alten Gitarristen Jack Dalrymple an neuem Material arbeiten.
Simon hört Timeshares und Northcote.
Ich höre schon seit Monaten ständig die “Different Class” von Pulp, sonst Ty Segall und beim Radfahren Omar Korshid.

Kommt demnächst noch das nächste Full Length?

Zumindest sind wir gerade schon wieder fleißig dabei, neue Lieder zu schreiben.

Interview: Clemens Richard

Share Button
category: Platten
tags:

Artist: The Lion And The Wolf

Titel: Symptoms

Selfreleased

Vö: 24.11.2014


Es wurde ja auch langsam Zeit. Nachdem man The Lion And The Wolf in diesem Jahr nahezu ständig in niedlichen Bars oder gemütlichen Kaffeehäusern in der näheren Umgebung sehen konnte, gibt es die Songs des vielversprechenden englischen Songwriters mit “Symptoms” endlich auf Vinyl.

“Bandages” zeigt bereits als Album-Opener die Richtung der Reise an, auf die der Hörer innerhalb der nächsten 41 Minuten entführt wird. Melodien, die schnell mitreißen geben der durch und durch angenehmen Mischung von Euphorie und Traurigkeit in den Texten das nötige Etwas, das dieses Album zu einem ganz besonderen Werk macht.
“A Hand Of Applause” ist vielleicht einer der schönsten Songs, der in diesem Jahr auf Platte herausgebracht wurde und sticht selbst bei diesem aus Highlights bestehenden Album noch heraus.
Bei Songs wie “Ghosts On Trinity” weckt das Album Assoziationen an Post-Punk Bands wie The Static Age. “Symptoms”, der Namenspate für das Album, hingegen bietet mit gesanglicher Unterstützung im Refrain einen weiteren Ohrwurm.
“The Hole That It Leaves” wiederum startet langsam auf Stimme und Gitarre reduziert, gipfelt aber schließlich in einem Finale, bei dem musikalisch alles aufgeboten wird, was im Studio vorhanden ist.

Was The Lion And The Wolf ausmacht, ist vor allem die Tatsache, dass jede Zeile, jedes Wort extrem bedacht gewählt erscheint. Gleichzeitig umgibt die Songs eine angenehme Vertrautheit.
Als The Lion And The Wolf die Entscheidung traf, seinen Job an den Nagel zu hängen und sich stattdessen komplett der Musik zu widmen, hat er richtig gelegen. Das Ergebnis ist dieses wunderbare Album. Reinhören! Kaufen! Live anschauen!

PS:Da The Lion And The Wolf das Album mit viel Mühe selbst und ohne Plattenfirma veröffentlicht, soll an dieser Stelle auf den Shop des Künstlers verwiesen werden: http://thelionandthewolf.bandcamp.com

Share Button