Lieblingsfilm? Lieblingsfarbe? Was möchtest du mal werden, wenn du groß bist? Vermutlich jeder hat in seiner Kindheit mindestens einmal eine Seite in einem Freundesbuch ausgefüllt. Wir bringen dieses kitschige Relikt zurück und bitten Künstler um einen Eintrag in unser Büchlein. Den Anfang macht Sean Bonnette, Sänger von Andrew Jackson Jihad, den wir während eines Konzerts in Münster getroffen haben.

Foto: Lisa Johnson

 

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Artists: The Menzingers, The Smith Street Band, The Holy Mess

Cassiopeia, Berlin

Datum: 11.10.2014


Was für ein Line-Up! Im restlos ausverkauften Cassiopeia geben sich am Samstag The Holy Mess, The Smith Street Band und The Menzingers die Ehre – und reißen die Bude ab.

The Holy Mess: Als Opening Band hat man’s ja bekanntlich nicht leicht, doch Menzingers Phylli-Freunde The Holy Mess wissen jedoch von Anfang an zu überzeugen. Ob’s daran liegt, dass sie fast komplett das vor Kurzem veröffentlichte Album ‚Comfort in the Dischord‘ spielen, oder daran, dass sie nur in Unterwäsche und Pudelmützen bekleidet auftreten: Die Jungs wissen was sie tun und machen einfach Spaß! Einziges Manko ist der Sound – sehr schraddelig abgemischt, gerade bei den ersten drei Songs; so braucht man eine Weile zum warm werden. read more »

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Punkrock und Boston ist eine Kombination, die schon viele großartige Bands zur Tage gebracht hat. Burning Streets bilden da natürlich absolut keine Ausnahme und überzeugen mit ihrer sympathischen Mischung aus rauen Stimmen und verzerrten Gitarren. Bevor im nächsten Jahr endlich ein neues Album erscheint, ist die Band ab dieser Woche in Europa unterwegs um in vielen kleinen Clubs den Ausnahmezustand auszurufen.

Auf einem Teil der Konzerte sind zudem die wunderbaren Tommy Gun dabei, die uns mit ihrem vor ein paar Monaten erschienenen Album „Of Roots And Trees“ bereits als Fans gewonnen haben.

Wir freuen uns diese Tour, die City Rat Records und Flix Records zusammengestellt haben, zu präsentieren und sprechen eine uneingeschränkte Empfehlung aus!

Tourdaten:

16.10. Berchtesgaden – Kuckucksnest w/ Tommy Gun
17.10. Verona (I) – Timeout w/ Tommy Gun
18.10. Pescara (I) – Orange Cafe w/ Tommy Gun
19.10. Trodica Di Morrovalle (I) – Drunk In Public w/ Tommy Gun
20.10. Dornbirn (AT) – Location w/ Tommy Gun
21.10. Munderfing (AT) -. Inside w/ Tommy Gun
22.10. Wien (AT) – Das Bach
23.10. St Georgen (AT) – Fabio’s Cafe w/ Tommy Gun
24.10. Valmez (CZ) – TBA
25.10. Brno (CZ) – TBA
26.10. Ostrava (CZ) – Plan B
27.10. Poland – TBA
28.10. Poland – TBA
29.10. Krakow (PL) – Grodzka 42
30.10. Prag (CZ) – Cross Club
02.11. Czech Rep – TBA
03.11. Kladno (CZ) – Auto da Fe
04.11. Teplice (CZ) – Bozak
05.11. Berlin – Wild At Heart
06.11. Hamburg – Kraken
07.11. Dülmen – Neue Spinnerei
08.11. Essen – Südrock

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Artist: Empire! Empire! ( I Was A Lonely Estate)

Titel: You Will Eventually Be Forgotten

Topshelf Records / Count Your Lucky Stars / Soulfood

Vö: 22.08.2014


Das Songs kleine Geschichten erzählen ist nicht wirklich neu. Man denke beispielsweise an „Escape (The Piña Colada Song)“ von Rupert Holmes, in dem sich ein Ehepaar gegenseitig neu entdeckt. Empire! Empire! (I Was A Lonely Estate) treiben das ganze jedoch auf die Spitze. „You Will Eventually Be Forgotten“ könnte theoretisch auch als Hörbuch beworben werden, da sich hinter der elf Songs tatsächlich auch elf kleine Geschichten verbergen.

Der Inhalt der Song variiert und greift die unterschiedlichsten Themen auf. „Ribbon“ handelt beispielsweise davon, dass Sänger Keith Latinen seine Frau und Bandpartnerin Cathy beinahe am Tag der Hochzeit verloren hat, weil diese in einen Verkehrsunfall verwickelt war. „A Keepsake“ hingegen erzählt von einem Familientrip in einem Kanu. Auch wenn die Song unterschiedlich sind, so vereint sie dennoch ein traurig sentimentaler Unterton, der mehr oder weniger subtil mitschwingt. „You Will Eventually Be Forgotten“ ist wie ein kleines Tagebuch, das voller Erinnerungen an prägende Erlebnisse steckt. Die Tatsache, dass parallel zum Album auch ein Graphic Novel zu den Songs erscheint, verstärkt den Eindruck einer Story-Sammlung noch weiter.

Topshelf Records und Count Your Lucky Stars Records wissen beide, was sie an Empire! Empire! (I Was A Lonely Estate) haben. Aus dem Grund haben die beiden Indie-Labels das Album der Band aus Fenton, Michigan kurzerhand gemeinsam veröffentlicht. Beide Labels hatten einen extrem guten Riecher: „You Will Eventually Be Forgotten“ ist in der ersten Woche auf den zweiten Platz der offiziellen Vinyl-Charts eingestiegen.

Wer mit Death Cab For Cutie, Brand New oder Into It. Over It. Auch nur annähernd etwas anfangen kann, wird sich auch schnell von „You Will Eventually Be Forgotten“ begeistern lassen. File under: Neue Lieblingsband!

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Artist: The Dirty Mugs

Titel: Wildfire

East Grand Record Co.

Vö: 14.10.2014


Eines vorneweg: The Dirty Mugs ist eine echt gute Folk Platte gelungen. Und das liegt nicht nur an den vielen verschiedenen, schönen Vinylfarben, in denen diese schnieke Platte veröffentlicht wurde und mein Sammlerherz höher schlagen lassen.

Die Band aus Tulsa Oklahoma klingen wie waschechte Rednecks und wie Flogging Molly – wenn sie noch in kleinen Bars spielen würden. Die Songs haben Schmiss und machen Lust auf die Live-Shows der Band. Da die Jungs aber zumindest hierzulande noch vollkommen unbekannt sind, bringt das Googlen Erstaunliches zu Tage: The Dirty Mugs haben nicht nur schon Bands wie Rancid auf großem Publikum supportet, sondern waren auch Backing Band für Afroman (genau der Afroman: “Because I got high” und so).

Bei allen Tracks hat man das Gefühl, dass die Band wahrhaftig und leidenschaftlich genau so klingt, wie sie klingen will. Die Musik klingt ursprünglich, echt, authentisch und natürlich. Manchmal wird das Tempo etwas zu schnell und wild, das unterstreicht aber den Eindruck, dass The Dirty Mugs eine verdammt gute Liveband sein müssen. Diese Jungs haben einen ganz eigenen, originellen Sound und erinnern mich in ihrer Energie und kollektiven Begeisterung an Ska-Bands wie Talco oder die großartigen Gogol Bordello. Auch bei The Dirty Mugs spürt man die ein oder andere Sportzigarette im Blut. Was jetzt nur noch fehlt ist noch eine Europa-Tour in kleinen, schwitzigen Clubs. Ich wäre ganz sicher dabei!

Text: Clemens Richard

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Superheaven – vorher unter dem Namen Daylight bekannt – sind eine der großen Hoffnungen des modernen Grunge-Sounds. In diesem Jahr hat die Band bei SideOneDummy ihr Debütalbum „Jar“ wiederveröffentlicht und war zusammen mit Nai Harvest auch hier zulande unterwegs. Im Rahmen dieser Tour hat sich Sänger Taylor Madison unseren kleinen Fragebogen vorgenommen. Schonmal vom 10.000 Seelen Städtchen Quakertown in Pennsylvania gehört? Nein? Dann wird es jetzt Zeit:

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Artist: Hostage Calm

Titel: Die On Stage

Run For Cover Records / Rykodisc / Warner

Vö: 26.09.2014


Hostage Calm sind mal als waschechte Punkrockband mit Post-Hardcore Elementen gestartet. Schon mit dem zweiten Album konnte man aber vor allem damit begeistern, dass man einen eigenen Sound kreiert hatte, gleichzeitig aber auf der Platte viele verschiedene Einflüsse zu hören waren. Während der im Anschluss von J. Robbins (Jawbox) produzierte Nachfolger “Please Remain Calm” mehr in eine Emo / College Rock Richtung ging, die der Band auch gut stand, ist das nunmehr vorliegende “Die On Stage” eine relativ poppige Angelegenheit. Powerpop würde man dazu auf Neu-Deutsch sagen. Man kann das furchtbar und sicherlich auch belanglos finden. Wenn man sich allerdings darauf einlässt, lassen einen die Ohrwürmer nicht mehr los. Alleine das simple “Fallen Angel” summt man schon nach zweimaligem Hören mit.

Vom Vibe her erinnert die Platte an New Found Glorys “Coming Home” und MXPX unterschätztes “Slowly Going The Way Of The Buffalo”. Ein großer Einfluss waren sicher auch Bands wie Say Anything, die gerade beim Albumhighlight “Someone Else” Pate standen. Mit “A Thousand Miles Away From Here” merkt man Hostage Calm auch kurzzeitig wieder an, dass man mal sicher die ein oder andere Lagwagon-Platte gehört hat. Ob alte Fans mit dem ruhigeren Midtempo etwas anfangen können, vermag ich aber nicht zu sagen. Die immer wieder eingestreuten Auto-Tune Effekte, Dance-Pop-Elemente und Synthies sind für manche sicher zu viel des Guten. Dazu kommt, dass der Grundtenor der Texte zwar oft traurig ist, aber die Melodien so cheesy sind, dass die Songs doch wieder ins föhlich-poppige abdriften. Viel Tiefgang sucht man auf den 10 von Will Yip (None More Black, Title Fight) produzierten Tracks vergeblich. Da hatte die Band auch schonmal mehr zu sagen. Wer jetzt allerdings nach einer leichten Platte zum Sommerausklang sucht, der wird mit “Die On Stage” absolut fündig.

Text: Clemens Richard

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Artists: Masked Intruder, Pale Angels, Rivershores

Ort Sputnik Café, Münster

Datum: 20.09.2014


Rivershores: Die Eröffnung für diesen Abend ist erst die zweite Show der Band aus Dortmund und dennoch ist man bereits im Rooster von Uncle M. Das Münsteraner Label wird Anfang 2015 eine EP der Jungs veröffentlichen. Vorab-Applaus? Vielleicht. Im Sputnik Café beweisen Rivershores jedoch schnell, dass hier jemand den absolut richtigen Riecher hatte. Spätestens beim zweiten Song kommen diejenigen, die vorher noch draußen am Rauchen waren, schnell herein um die sympathische Punk-Band nicht zu verpassen. Es erwartet uns hier sicherlich noch einiges!

Pale Angels: Masked Intruder haben sich Pale Angels als dauerhaften Begleiter für diese kleine Tour ausgesucht. Die Band vermischt Punkrock mit Grunge-Elementen und legt vor allem eines an den Tag: Tempo! Schneller als die Ramones pflügt das Trio sich durch ein atemberaubendes Set. Vor allem dem Bassisten ist der Spaß die ganze Spieldauer hindurch anzusehen. Bevor für die Hauptband Platz gemacht wird, geben alle drei noch einmal alles und spielen sich in Extase. Selten hat eine Vorband so überzeugt.

Masked Intruder: Vier maskierte Männer betreten die Bühne des Sputnik Cafés. Jede Maske hat eine andere Farbe und stimmt mit der des Instruments und der der Schuhe überein. Hinter den Maskierten stellt sich ein Mann in US-Polizei-Uniform auf und beobachtet alles mit strengem Blick. Was jetzt folgt sind allerdings keine Kampfansagen, sondern Pop-Punk der feinsten Sorte. Invader Blue, Green, Red und Yellow (bzw. Orange) spielen ihre Songs über Liebe und Gesetzesbruch und haben das Publikum zu jeder Zeit fest im Griff. read more »

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Artist: John Allen

Titel: Sophomore

Gunner Records / Broken Silence

Vö: 29.08.2014


John Allen ist ein sympathischer Typ und spricht seit seiner Tour mit Förderer Frank Turner erstaunlich viele Leute an. Nicht nur Punkrocker mit Herz für Chuck Ragan & Co, sondern auch die Menschen, die Frank erst aus dem Radio kennenlernen durften.

Die Musik auf “Sophomore” funktioniert nicht über den Verstand, sondern entfaltet sich im Herzen und dem wippenden Tanzbein. Klar, hier und da wird ziemlich tief in die Klischeekiste gegriffen und besonders subtil geht es nicht zur Sache, aber die Songs zünden voll und ganz. Dazu haben Knaller wie “Home” Hitpotential. Kein Wunder, dass der Hamburger im letzten Jahr einen riesigen Sprung machen konnte und nicht nur Lucero, Emily Barker, Joe Ginsberg und Frank Turner auf Tour begleiten durfte, sondern auch mit Milow auf der Bühne stand.

Den Sound von John Allens zweitem Album hat Produzent Kay Petersen (No Weather Talks, Rantanplan) zwar sehr roh und ungeschliffen gehalten, allerdings sind die Arrangements fast Band-mäßig gehalten. Die Songs entfalten so eine andere Dynamik als auf der Bühne, was zwar ungewohnt, aber auf Platte sehr stimmig ist. Anspieltipp ist das eingängige “Freedom”. Eine sehr lohnende Platte für Fans von Dave Hause, Northcote, Austin Lucas und Konsorten.

Text: Clemens Richard

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Artist: The Gaslight Anthem

Titel: Get Hurt

Mercury / Universal Music

Vö: 08.08.2014


Wenn wir ganz ehrlich sind, dann haben The Gaslight Anthem mit dem letzten Album „Handwritten“ ihr Bestes gegeben um das „Band wechselt zum Major-Label und wird langweilig“-Klischee zu bedienen. Ganz so erfolgreich war das dann aber doch nicht, denn auch auf dem Album ließ sich die eine oder andere Perle wie die Single „45“ entdecken. Diese gaben dann doch noch Hoffnung durchzuhalten. Dennoch reichte das schon vielen Fans der älteren Alben, um sich von der Band abzuwenden. Die eher durchwachsene DVD-Veröffentlichung „Live In London“ tat ihr übriges. Mit „Get Hurt“ soll nun alles anders werden. Zurück zu den Wurzeln, zurück zu alten Stärken. Aber klappt das so einfach?

Ein umgedrehtes rotes Herz auf weißem Grund als Cover macht irgendwie wenig Hoffnung auf ein gutes Album. Aber war das Artwork von „The ’59 Sound“ wirklich besser? Nicht wirklich. Tatsächlich ist eben dieses Cover eigentlich das einzige kleine Manko des inhaltlich großartigen Albums.

Die drei vorab veröffentlichten Songs „Rollin’ And Tumblin’“, „Stay Vicious“ und „Get Hurt“ repräsentieren die unterschiedlichen Ansätze, denen The Gaslight Anthem auf diesem Album nachgehen schon ziemlich gut. „Rollin’ And Tumblin’“ ist tanzbarer Rock’n’Roll, der direkt ins Ohr geht. Der Opener „Stay Vicious“ hingegen macht mit seinen harten Gitarren-Riffs seinem Namen alle Ehre und lässt Einflüsse von The Misfits vermuten. Das krasse Gegenteil hiervon ist wiederum „Get Hurt“. Die Musik hält sich beim Titeltrack dezent im Hintergrund und gibt Brian Fallons Stimme viel Raum. Texlich ist der Song sicherlich einer der stärksten auf dem Album und erinnert teilweise sogar an vergangene Glanzstücke wie „Blue Jeans & White T-Shirts“ oder „Here’s Looking At You, Kid“. Ein weiteres Highlight verbirgt sich zudem hinter dem letzten Song des Albums. „Dark Places“ klingt so, als könnte es eine Single von „The ’59 Sound“ sein.

Es empfiehlt sich im Übrigen durchaus ein paar Euro mehr zu investieren und auf die Deluxe Version des Albums zurückzugreifen, da diese mit den Songs „Sweet Morphine“, „Mama’s Boys“ und „Halloween“ drei sehr gelungene Zugaben enthält. Insbesondere „Halloween“ glänzt durch großartige Lyrics und zieht beim Hören in den Bann.

 

Im Oktober gibt es im Übrigen die Möglichkeit, die neuen Songs live zu hören. Als würde „Get Hurt“ alleine nicht schon genug Lust auf The Gaslight Anthem-Konzerte machen, bringt die Band als Bonbon auch noch Deer Tick und Bayside mit.

The Gaslight Anthem (w/ Bayside & Deer Tick)
29.10. Düsseldorf – Mitsubishi Electric Hall
31.10. Berlin – Columbia Halle
01.11. Hamburg – Sporthalle
05.11. Saarbrücken – E Werk
07.11. München – Zenith
13.11. Stuttgart – Porsche-Arena
14.11. Frankfurt – Jahrhunderthalle

 

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