Artist: The Gaslight Anthem

Titel: Get Hurt

Mercury / Universal Music

Vö: 08.08.2014


Wenn wir ganz ehrlich sind, dann haben The Gaslight Anthem mit dem letzten Album „Handwritten“ ihr Bestes gegeben um das „Band wechselt zum Major-Label und wird langweilig“-Klischee zu bedienen. Ganz so erfolgreich war das dann aber doch nicht, denn auch auf dem Album ließ sich die eine oder andere Perle wie die Single „45“ entdecken. Diese gaben dann doch noch Hoffnung durchzuhalten. Dennoch reichte das schon vielen Fans der älteren Alben, um sich von der Band abzuwenden. Die eher durchwachsene DVD-Veröffentlichung „Live In London“ tat ihr übriges. Mit „Get Hurt“ soll nun alles anders werden. Zurück zu den Wurzeln, zurück zu alten Stärken. Aber klappt das so einfach?

Ein umgedrehtes rotes Herz auf weißem Grund als Cover macht irgendwie wenig Hoffnung auf ein gutes Album. Aber war das Artwork von „The ’59 Sound“ wirklich besser? Nicht wirklich. Tatsächlich ist eben dieses Cover eigentlich das einzige kleine Manko des inhaltlich großartigen Albums.

Die drei vorab veröffentlichten Songs „Rollin’ And Tumblin’“, „Stay Vicious“ und „Get Hurt“ repräsentieren die unterschiedlichen Ansätze, denen The Gaslight Anthem auf diesem Album nachgehen schon ziemlich gut. „Rollin’ And Tumblin’“ ist tanzbarer Rock’n’Roll, der direkt ins Ohr geht. Der Opener „Stay Vicious“ hingegen macht mit seinen harten Gitarren-Riffs seinem Namen alle Ehre und lässt Einflüsse von The Misfits vermuten. Das krasse Gegenteil hiervon ist wiederum „Get Hurt“. Die Musik hält sich beim Titeltrack dezent im Hintergrund und gibt Brian Fallons Stimme viel Raum. Texlich ist der Song sicherlich einer der stärksten auf dem Album und erinnert teilweise sogar an vergangene Glanzstücke wie „Blue Jeans & White T-Shirts“ oder „Here’s Looking At You, Kid“. Ein weiteres Highlight verbirgt sich zudem hinter dem letzten Song des Albums. „Dark Places“ klingt so, als könnte es eine Single von „The ’59 Sound“ sein.

Es empfiehlt sich im Übrigen durchaus ein paar Euro mehr zu investieren und auf die Deluxe Version des Albums zurückzugreifen, da diese mit den Songs „Sweet Morphine“, „Mama’s Boys“ und „Halloween“ drei sehr gelungene Zugaben enthält. Insbesondere „Halloween“ glänzt durch großartige Lyrics und zieht beim Hören in den Bann.

 

Im Oktober gibt es im Übrigen die Möglichkeit, die neuen Songs live zu hören. Als würde „Get Hurt“ alleine nicht schon genug Lust auf The Gaslight Anthem-Konzerte machen, bringt die Bands als Bonbon auch noch Deer Tick und Bayside mit.

The Gaslight Anthem (w/ Bayside & Deer Tick)
29.10. Düsseldorf – Mitsubishi Electric Hall
31.10. Berlin – Columbia Halle
01.11. Hamburg – Sporthalle
05.11. Saarbrücken – E Werk
07.11. München – Zenith
13.11. Stuttgart – Porsche-Arena
14.11. Frankfurt – Jahrhunderthalle

 

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Artists: blink-182, Frank Turner & The Sleeping Souls, Terrorgruppe, Zebrahead, The Flatliners

Ort: Trabrennbahn, Hamburg Bahrenfeld

Datum: 20.08.2014


The Flatliners: Zugegeben, es ist irgendwie ungewohnt, The Flatliners auf einer so großen Bühne zu sehen. Die vier Kanadier lassen sich aber davon nichts anmerken und spielen ein großartiges Set aus Songs der letzten drei Alben. Vor allem Sing-A-Longs wie „Monumental“ oder „Eulogy“ begeistern das Publikum, das den schlammigen Boden schon einmal auf Konzerttauglichkeit testet. Auf Bands von Fat Mikes Label Fat Wreck Chords ist in Sachen Punkrock nun mal seit vielen Jahren verlass und The Flatliners sind da keine Ausnahme.

Zebrahead: Wer hat eigentlich die Hunde losgelassen? Zebrahead sind bekanntlich für jeden Spaß zu haben und sind sich daher auch nicht zu Schade um die Baha Men zu covern. Und weil man gerade dabei ist, schwenkt man im Refrain kurzerhand auch noch auf „Girlfriend“ von Avril Lavigne um. Der Spaß kommt bei den Pop-Punks bekanntlich selten zu kurz und wird durchgängig ins unterhaltsame Set gemischt. Unterbrechungen gibt es nur durch die vielen Ohrwurm-tauglichen Songs, die das Publikum voller Inbrunst mitsingt. Kein Wunder, dass blink-182 Zebrahead als aktuellen Tour-Support mit im Gepäck hat. read more »

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Zum zweiten Mal holt das Hamburg Crash Fest am 20. August 2014 nationale und internationale Punkrockbands im Rahmen des Hamburger Kultursommers auf die Trabrennbahn Bahrenfeld. Während das Fest im vergangen Jahr mit NOFX, Bad Religion, den Mad Caddies drei kalifornische Bands bot, die von Slime und Montreal als „lokalen“ Supports vertreten wurden, gibt es in diesem Jahr mit blink-182, Frank Turner & The Sleeping Souls, Zebrahead und The Flatliners großartige Acts aus den USA, Großbritannien und Kanada. Hinzu kommt mit der Terrorgruppe eine echte Legende im deutschsprachigen Punkrock. Für alle, die noch zweifeln, ob sich der Besuch lohnt, oder die noch gar nichts vom Hamburg Crash Fest gehört haben, wollen wir an dieser Stelle eine kleine Vorschau auf das wirklich gut zusammen gestellte Line-Up bieten:

 

The Flatliners
Mit „Dead Language“ haben The Flatliners 2013 eins der besten Punkrockalben des Jahres veröffentlicht. Die Band tritt auf Fat Wreck Chords in die Fußstapfen von Genre-Größen wie NOFX, Lagwagon oder No Use For A Name und hat keinerlei Probleme diese auszufüllen. Die Ska-Anteile, die bei der Band früher noch recht präsent waren, sind über die Jahre mehr und mehr rauhem und bissigem Punkrock gewichen.

Deshalb nicht verpassen: Auch wenn die Band als erstes spielt, heißt das nicht, dass der Festival-Tag ruhig beginnt. The Flatliners hören erst auf, wenn Band und Publikum komplett durchgeschwitzt sind.

Anspieltipp: Monumental

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Au revoir! Mit „Don’t Wait Up!“ erschien in diesem Jahr nach fast 20 Jahren Bandgeschichte das Abschiedsalbum der Hardcore-Legenden Bane. Live ist die Band aber noch lange nicht tot und tourt derzeit durch Europa (Daten siehe unten).
Für unsere Rubrik „Cities“ hat sich Sänger Aaron Bedard Gedanken zu dem Ort gemacht, in dem er aufgewachsen ist: Worcester im US-Bundesstaat Massachusetts. Voller Nostalgie an diese Stadt schreibt er über die Straßen und Häuser, die ihn von seiner Kindheit an bis ins Erwachsenenalter hinein geprägt haben.


The city I come from is called Worcester, Massachusetts. I was born there and raised there until I was in my early 30′s, when i moved away to Baltimore, Maryland, and then back north when I finally moved to Boston.

Worcester is the second largest city in all of New England, but to me it still feels small. You could ride your bicycle or skateboard from one side of the city to the other with little trouble. It was a real city though and has many of the things that a real city would. Many colleges, a few ghetto’s, record stores and places to do shows and punk and metal bands. A cool radio station. We never had a skate park so we had to be more creative when it came to that. A lot of my teenage years were spend downtown dodging cops and mall security guards so we could skate the good spots. read more »

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Artist: Continental

Titel: Millionaires

East Grand Recording Co.

Vö: 28.11.2014


Vater und Sohn haben Leiter, Farbeimer und Pinsel herangeschafft und streichen gemeinsam das Haus. Der Unterschied zwischen dem Artwork und dem Titel des Albums „Millionaires“ sticht sofort hervor. Trotzdem beschreibt beides vollkommen zutreffend, dass was Continental als Band definiert. Rick Barton und sein Sohn Stephen, die das Fundament dieses Projekts bilden, demonstrieren, dass Musik selbst innerhalb einer Band generationsübergreifend funktionieren kann.

Millionär ist in dieser Band ganz sicher niemand. Schließlich ist Barton schon lange vorm kommerziellen Erfolg bei den Dropkick Murphys ausgestiegen. Dennoch passt der Titel des Albums. Nicht die Musiker an sich sind im materiellen Sinne reich, sondern das Werk, die Songs – reich an Herzblut, reich an Seele, reich an Authentizität.

Musik für jedermann nennt die Band das, was sie im Studio zusammen gekittet haben. Musikalisch betrachtet läuft dies auf sehr folkigen Rock’n’Roll mit unbestreitbarer Punkrock-Attitüde hinaus. Großartige Änderungen im Vergleich zum Vorgänger „All A Man Can Do“ gibt es zwar nicht, „Millionaires“ ist aber trotzdem keine reine Reproduktion. Viel mehr haben Continental den eigenen Wohlfühl-Sound gefunden und toben sich innerhalb des selbst gesteckten Rahmens voll und ganz aus. Hinzu kommt, dass diese Mischung zu großen Teilen mindestens so tanzbar wie Flogging Molly ist.

Das stärkste Stücke des Albums sind dann jedoch wieder die langsameren. „Busted“ und “Free” klingen so als würde man nachts um halb drei mit Chuck Ragan, Johnny Cash und Bruce Springsteen in einer klischeehaft gammeligen Bar sitzen und über das Leben philosophieren.

„Millionaires“ ist ein Rock’n’Roll-Album von Menschen, die die Materie leben und lieben. Ehrlicher wird’s nichts mehr.

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Artist: Candy Hearts

Titel: All The Ways You Let Me Down

Bridge Nine Records / Soulfood

Vö: 13.06.2014


Candy Hearts sind kleine Zucker-Herzen, die mit kurzen Sprüchen wie „Kiss Me!“ oder „I Love You!“ versehen sind und vor Allem in Großbritannien und den USA zum Valentinstags verkauft werden. Warum sich die Band aus New York bzw. New Jersey nach dieser Süßigkeit benannt hat, ist schon sehr naheliegend: Die Pop-Songs, die Mariel Loveland (Künstlername oder Zufall?) schreibt, scheinen auf dem ersten Blick auch wie kleine, zuckersüße Bonbons.

Ganz so einfach ist das aber alles nicht. Lyrisch wird auch gerne mal Bitterkeit angedeutet oder – wie im Titeltrack – voll ausgekostet. Allen Songs gemein ist der zum Mitsingen animierende Pop-Sound, den man höchstens dann verflucht, wenn man ihn tagelang partout nicht mehr aus dem Ohr bekommt. Vergleichbar ist „All The Ways You Let Me Down“ vielleicht mit einem Mixtapes-Album – nur deutlich poppiger.

Das Ganze jetzt aber als oberflächlichen Pop-Punk zu klassifizieren, wird „All The Ways You Let Me Down“ nicht wirklich gerecht. Hier steckt einfach zu viel hinter den Zeilen. Dennoch kann man dem Album eine Radiotauglichkeit absolut nicht absprechen. Kein Wunder! Produziert wurde die Platte von Chad Gilbert, der sich durch seine Haupttätigkeit als Gitarrist bei New Found Glory bestens mit Ohrwürmern auskennt. Bandkollege Jordan Pundik ist ebenfalls mit an Board und steuert bei „Something’s Missing“ Guest Vocals bei.

CANDY HEARTS – I MISS YOU from John Francis Conway III on Vimeo.

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Artist: Rise Against

Titel: The Black Market

Interscope / Universal

Vö: 11.07.2014


Rise Against müssen schon lange niemandem mehr beweisen, dass sie eine durch und durch politische Band sind. Dennoch gibt es natürlich auch auf dem jüngsten Werk „The Black Market“ die volle Breitseite an Gesellschaftskritik. Nach drei Jahren ohne neue Veröffentlichung (wenn man mal die B-Seiten Compilation außen vor lässt), wird die Sehnsucht nach frischem Material endlich gestillt.

Wie gerne lassen wir uns doch in Songs wie „The Eco-Terrorist In Me“ (Captain Paul Watson und Sea Shepherd lassen grüßen) oder „I Don’t Want To Be Here Anymore“ von Tim McIlrath entgegen schreien und zum Mitsingen auffordern. Nebenbei rundet der sehr melodische Punkrock/Hardcore-Sound, der schon auf „Endgame“ überzeugen konnte, das Album ab. Der obligatorische „ruhige“ Song des Albums (man denke an „Hero of War“ von „Appeal To Reason“ oder „Roadside“ von „The Sufferer & And The Witness“) darf mit „People Live Here“ natürlich auch nicht fehlen und bietet eine kleine Verschnaufpause, bevor die Platte mit „Bridges“ zum Abschluss noch einmal zur Höchstform aufläuft.

Von den kommerziell sehr erfolgreichen Punkrock-Bands sind Rise Against wahrscheinlich diejenige, der man den Kontakt zu den eigenen Wurzeln noch am ehesten anmerkt. Zwar ist das Quartett aus Chicago nicht mehr ganz so laut wie zu Zeiten von Alben wie „Revolutions Per Minute“ oder „Siren Songs Of The Counter Culture“, Einflüsse von Genre-prägenden Bands wie Black Flag sind allerdings nach wie vor nicht zu leugnen. Auch „The Black Market“ macht da keinen Schritt in die falsche Richtung und ergänzt die bisherige Diskographie um ein weiteres Highlight.


Rise Against (w/ Pennywise & Emily’s Army)
16.11. Frankfurt – Festhalle
17.11. Düsseldorf – Mitsubishi Electric Halle
19.11. Hamburg – O2 World
20.11. Berlin – Velodrom

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Get Dead sind das neue raue Rückgrat des Kultlabels Fat Wreck Chords. Der Punkrock mit Whiskey-Stimme, den die fünf produzieren, ist gleichermaßen der perfekte Soundtrack für den Abend in der Kneipe oder zum Skaten in der warmen Mittagssonne. Was will man mehr?
Im Rahmen ihres Konzertes mit MxPx und Kris Roe haben wir uns Sänger Sam King (2. v. r.) geschnappt und mit ihm über seine neue und alte Heimatstadt San Jose geplaudert.

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Artist: Masked Intruder

Titel: M. I.

Fat Wreck Chords / Edel

Vö: 06.06.2014


Vier Personen in bunten Ski-Masken. Wer jetzt an Pussy Riot denkt liegt zwar nicht ganz falsch, aber auch Masked Intruder setzen auf dieses eigenwillige und vor allem anonyme Bühnenoutfit. Wer sich dahinter verbirgt? Es bleibt nur zu raten. Manche Quellen vermuten jedoch niemand geringeres als die Pop-Punk-Heroen Chixdiggit. Genaueres wird man wohl erst bei einer Demaskierung erfahren – wenn sie denn überhaupt irgendwann stattfinden sollte. Fest steht hingegen, dass die vier nun ihr zweites Album veröffentlicht haben. Nach dem Re-release ihres Debüt geben Intruder Blue, Intruder Green, Intruder Red und Intruder Yellow nun also ihren offiziellen Einstand bei Fat Wreck Chords.

Alle Erwartungen die mit dem Bandnamen, den Ski-Masken und Songtiteln wie „Crime Spree“ oder „I Fought The Law“ geweckt werden, zerstören die Songtexte. Statt agressiven Statements à la Propagandhi, widmen sich Masked Intruder vor allem der Liebe und dem zugehörigem Herzschmerz. Das wird zwar ab und an vielleicht etwas zu schmierig, macht aber insgesamt sehr viel Spaß. Nie lagen Punkrock und die Beach Boys näher aneinander als bei „Almost Like We’re Already In Love“.

Auch mit dem zweiten Album haben Masked Intruder eine kurzweilige Sammlung von Singalongs zusammengestellt. Das Einzige, was vielleicht noch als Sahnehaube dienen könnte, wäre wohl ein weiteres Feature mit Invader Pink (Maura von Mixtapes).

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Artist: Tommy Gun

Titel: Of Roots And Trees

Flix Records

Vö: 05.2014


5 Freunde, Powerchords und jede Menge Spaß: Tommy Gun aus Österreich liefern auf „Of Roots And Trees“ genau das, was man bei einer relativ jungen Punkband erwartet: Tempo und extrem viel Power, die die Songzeilen ohne Mühe voran prescht. Das ist natürlich nicht sonderlich innovativ, macht aber einfach sehr viel Spaß!

Hymnen wie „Haste & Time“ oder „Run In Place“ überzeugen mit eingängigen Texten und donnern sich so lange in die Gehörgänge bis man sich beim Mitsingen erwischt. Nicht ganz so leicht zugänglich ist hingegen der letzte Song des Albums. „I Hope There Will Be No Tomorrow“ hebt sich mit seinem langsameren Tempo vom Rest der Songs ab und besticht viel mehr mit einer unheimlichen Intensivität.

Wer sich schon immer einmal gefragt hat, wie ein Hybrid aus den Donots und den alten NOFX-Platten klingen würde: wahrscheinlich genau wie „Of Roots And Trees“. Angenehmer Punkrock irgendwo zwischen Singalong und dem perfekten Soundtrack für die Halfpipe. Flix Records beweist ein weiteres Mal, dass man einen ausgezeichneten Riecher für neue Signings hat.

 

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